OB Lewe nimmt Unterschriften entgegen
Stadt Münster begibt sich nicht aufs Glatteis

Münster -

Die Stadt Münster wird die vom Abriss bedrohte Eishalle nicht selbst betreiben. Oberbürgermeister Markus Lewe nimmt am Mittwoch 10 000 Unterschriften von Eishallen-Befürwortern entgegen.

Mittwoch, 12.06.2013, 06:06 Uhr

Gegen den Abriss der Eissporthalle gingen 200 Demonstranten auf die Straße.
Gegen den Abriss der Eissporthalle gingen 200 Demonstranten auf die Straße. Foto: pesa

Über 10 000 Unterschriften für einen Erhalt der Eissporthalle wird Oberbürgermeister Markus Lewe am Mittwochnachmittag im Stadthaus 1 überreicht bekommen, nachdem bereits am Wochenende an die 200 Demonstranten dafür auf die Straße gegangen waren. „Ich nehme die Sorgen der Eishallen-Befürworter sehr ernst, werde ihnen aber auch klar sagen, was geht und was nicht geht“, sagt Lewe. So sei es angesichts der städtischen Finanzlage vollkommen ausgeschlossen, dass die Stadt Münster den inzwischen geschlossenen „Eispalast“ selbst betreibe.

Da das Unternehmen Leoland auf dem Grundstück bis zu 500 Studentenwohnungen rund um den Burger King errichten möchte, müsste der bestehende Bebauungsplan geändert werden. Der Rat könnte dem entsprechenden Antrag, der in einigen Wochen vorliegen soll, nicht zustimmen. Die Folge wäre vermutlich trotzdem eine geschlossene Eishalle , da der Sanierungsstau vor allem wegen der veralterten Kühltechnik enorm sein soll. „Theoretisch könnte der Rat die Rahmenbedingungen für eine Eishalle beibehalten – nur hätten wir keinen Betreiber“, sagt Lewe.

Die CDU-Fraktion hat sich mit einem Schreiben an den OB gewandt – mit der Bitte um Hintergrundinformationen. Für die Stadt Münster war der Betrieb der Eishalle beim Verkauf des Grundstückes ein wichtiger Grund, einen geringeren Kaufpreis zu verlangen, heißt es darin. Im Gegenzug habe sich der Eigentümer damals verpflichtet, die Eishalle bis 2029 zu betreiben. Bei einem frühzeitigen Abriss bekommt die Stadt eine halbe Million Euro. Die Rechnung will Leoland begleichen.

Die Christdemokraten wollen ausloten, welche Wege es für einen Fortbestand der Eissporthalle gibt. „Eine Schließung bedeutet eine auf lange Zeit unumkehrbare Entscheidung und den Verlust einer einmaligen sportlichen Infrastruktur im gesamten Münsterland“, sagt Fraktionschef Stefan Weber.

Die CDU stellt Fragen zur Besucherfrequenz, zu möglichen Betriebsüberschüssen, zu Sanierungsnotwendigkeiten, zur eingesetzten Kühltechnik und zum Bedarf an studentischem Wohnraum an dieser Stelle. Die Fraktion will auch wissen, ob sich die Idee der Studentenwohnungen mit dem Fortbestand der Eishalle verbinden lässt.

 

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