Geschichtswettbewerb
Auf den Spuren einstiger Nachbarn

Münster/Bonn -

Münsterische Schüler haben auf Landesebene beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten abgeräumt: Sie nahmen aus Bonn jede Menge Auszeichnungen mit nach Hause.

Dienstag, 16.07.2013, 09:07 Uhr

Ein großer Teil der münsterischen Preisträger präsentierte sich nach der Ehrung mit seinen Urkunden vor dem Haus der Geschichte.
Ein großer Teil der münsterischen Preisträger präsentierte sich nach der Ehrung mit seinen Urkunden vor dem Haus der Geschichte. Foto: svm

Aus Münster kamen mehr Beiträge als aus dem ganzen Freistaat Bayern. 125 Arbeitsgruppen von 16 münsterischen Schulen haben für den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten geforscht – mit großem Erfolg. Rund ein Drittel der 76 Landespreise gingen am Montag im Bonner Haus der Geschichte an Münsteraner.

„Vertraute Fremde. Nachbarn in der Geschichte“ – so lautete der Titel des Wettbewerbs, der alle zwei Jahre bundesweit von der Körber-Stiftung ausgeschrieben wird. Ein genaues Thema war nicht vorgegeben, sodass sich die Schüler frei nach ihren Interessen durch Quellen wühlen oder Zeitzeugen befragen konnten.

Schulpreise im Haus der Geschichte

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    Foto: svm Sven Mechelhoff
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Die britischen Nachbarn in Münster, deutsch-niederländische Schmugglergeschichten oder das Leben eines spanischen Gastarbeiters – die erfolgreichen Schülerbeiträge waren ganz unterschiedlich, aber zahlreich. Die Körber-Stiftung hatte deshalb angeregt, dass ein Großteil der Delegation gemeinsam in einem Reisebus anreist.

Mit an Bord waren auch sechs Schüler des Schlaun-Gymnasiums. Gemeinsam hatten sie einen Dokumentarfilm zum Thema Prostitution im früheren Umfeld ihrer Schule gedreht. Unterstützt worden sind sie von Geschichtslehrer Carsten Rothaus . „Der Endspurt war die charmante Phase“, erklärte der Lehrer. Vor der Abgabe habe er täglich bis spätabends mit den Schülern Sequenzen geschnitten oder Texte eingesprochen.

Hannah Niehues vom Annette-Gymnasium hat ihre Ergebnisse schriftlich festgehalten – doch nicht weniger erfolgreich. Nach der Schule hat sie im Alleingang alte Adressbücher ausgewertet, um den Nachbarschaftserfahrungen eines Sintis auf die Spur zu kommen. Ebenso wie alle anderen Preisträger hat auch sie einen mit 250 Euro dotierten Landespreis erhalten.

Christian Wriedt, Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung, überreicht Lisanne Krail vom Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium stellvertretend für ihre Gruppe eine Urkunde.

Christian Wriedt, Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung, überreicht Lisanne Krail vom Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium stellvertretend für ihre Gruppe eine Urkunde. Foto: svm Sven Mechelhoff

Ganz gleich von welcher Schule die Preisträger oder Lehrer kamen, ein Name wurde immer wieder genannt: Roswitha Link vom Stadtarchiv. „So einen Service bekommt man an Schulen in anderen Städten bestimmt nicht“, lobte beispielsweise Lehrer Rothaus.

Auch Arno Fischedick freute sich über das große Engagement der Archivarin. Noch mehr dürfte sich der Schulleiter aber über den Preis der landesbesten Schule (1000 Euro) gefreut haben. Den durfte er entgegennehmen, weil die Marienschüler in ganz NRW die meisten erfolgreichen Beiträge eingereicht hatten. In dieser Wertung waren vier münsterische Schulen unter den besten fünf.

Alle Landessieger haben sich für den Bundesentscheid im Oktober qualifiziert. Wer es hierbei unter die besten fünf schafft, darf Bundespräsident Joachim Gauck die Hand schütteln und 2000 Euro zusätzliches Preisgeld einstreichen.

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