Kötterstraße in Handorf bislang „Favorit“
Gefängnisstandort ist noch nicht entschieden

Münster -

Moderate Töne schlägt der Leiter des Bau- und Liegenschaftsbetriebes, Markus Vieth, beim Thema Gefängnisneubau an: Es sei nicht ausgeschlossen, dass sich der geplante Standort in Handorf als ungeeignet erweise. Das Areal sei aber bislang der „Favorit“.

Donnerstag, 04.07.2013, 21:07 Uhr

Naturschützer kritisieren den geplanten Bau der Justizvollzugsanstalt in Handorf. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb prüft die Bedenken derzeit.
Naturschützer kritisieren den geplanten Bau der Justizvollzugsanstalt in Handorf. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb prüft die Bedenken derzeit. Foto: Oliver Werner

Die vielen Fragen zum geplanten Neubau des münsterischen Gefängnisses in Handorf und die harsche Kritik an der mangelnden Bürgerbeteiligung zeigen ganz offenbar Wirkung.

In einem „Zwischenbericht“ zu der laufenden Untersuchung, ob das ausgesuchte Areal auf dem früheren Truppenübungsplatz an der Kötterstraße als Standort geeignet ist, zeigte sich Markus Vieth vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes in der Sitzung des Planungsausschusses am Donnerstag gesprächsbereit und offen für Kritik.

Auf Nachfrage des SPD-Ratsherrn Kurt Pölling erklärte Vieth ausdrücklich, dass die laufende Prüfung auch zu einem negativen Ergebnis kommen könne. Dann müssten sich Bau- und Liegenschaftsbetrieb und das Düsseldorfer Justizministerium im Kreis der zehn „grundsätzlich geeigneten“ Standorte in Münster neu umschauen.

Vieth erklärte in diesem Zusammenhang, dass der andere Standort in Handorf, der bislang in die engere Wahl gekommen war, inzwischen aus Naturschutzgründen ausgeschlossen sei.

Um aber zugleich Spekulationen über einen möglichen Rückzieher entgegenzutreten, erklärte der BLB-Leiter weiter, dass der Standort an der Kötterstraße unverändert der „Favorit“ seiner Behörde sei.

Als mögliche Stolpersteine nannte Vieth unter anderem die Themen Grundwasser und Biotope. Der geplante Bau der Justizvollzugsanstalt mache die Versiegelung von rund zehn Hektar Fläche erforderlich. Die hydrologischen Auswirkungen eines solchen Eingriffs seien bislang noch nicht geklärt.

»Wir wollen ein Einvernehmen mit der Stadt Münster erzielen.«

Markus Vieth

Beim Thema Naturschutz wies der BLB-Chef darauf hin, dass die Außenmauern des Bauwerkes nachts komplett beleuchtet werden müssten. Hier sei noch offen, wie sich dies auf die Tierwelt auswirke.

Der Planungsausschuss fasste zum Thema JVA am Donnerstag keinen Beschluss. Voraussichtlich im Herbst wird die Stadt darüber entscheiden, ob sie das „gemeindliche Einvernehmen“ zu diesem Bauwerk des Landes NRW erteilt.

Obwohl das Land auch ohne dieses Einvernehmen bauen dürfte, strebt Vieth eine solche Übereinkunft nach eigenem Bekunden auf jeden Fall an.

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