Urteil zum Preußen-Park im Hinterkopf
Thema Lärmschutz beherrscht den weiteren Stadionausbau

Münster -

Sei es nun die jüngste Debatte über den weiteren Stadionausbau oder ein Vertrag aus dem Jahr 2009, mit einem Klage gegen die damals im Bau befindliche Haupttribüne abgewehrt wurde: Die rechtliche Gemengelage beim Preußen-Stadion ist sehr kompliziert.

Dienstag, 23.07.2013, 15:07 Uhr

Wenn die Preußen feiern, wie hier beim Sieg über Burghausen am Samstag, dann wird es schon mal laut. Stadt und Verein achten deshalb auf den Lärmschutz.
Wenn die Preußen feiern, wie hier beim Sieg über Burghausen am Samstag, dann wird es schon mal laut. Stadt und Verein achten deshalb auf den Lärmschutz. Foto: Jürgen Peperhowe

Der Vertrag passt locker auf eine Seite. Und der wichtigste Satz lautet: „Für den Fall, dass in einer Halbserie durchschnittlich 12 000 Zuschauer Spiele des Vereins im Preußenstadion besuchen, wird Folgendes vereinbart: Der Verein verpflichtet sich, innerhalb eines Jahres die Westkurve des Preußenstadions mit einer Überdachung und Verkleidung zu versehen, um damit die Lärmimmissionen zu verringern.“

Diesen Vertrag, der unserer Zeitung vorliegt, schloss der SC Preußen 2009 mit einem Anwohner am Dües­bergweg ab, um eine Klage gegen die damals im Bau befindliche Haupttribüne zu verhindern.

Obwohl der Zuschauerschnitt bislang (noch) unter 10 000 liegt, machen sich der Vereins-Vorstand und die Stadt Münster ernsthafte Gedanken über eine Westtribüne (WN, 20.07.) Auf jeden Fall wird die Stadt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. Da CDU und SPD mit einem entsprechenden Vorgehen liegäugeln, dürfte ein entsprechender Beschluss in der Ratssitzung Ende September als sicher gelten.

Gleichwohl zeigt besagter Vertrag, auf welch dünnem rechtlichem Eis sich die Stadionplanung bewegt. 2009 jedenfalls machte in Juristenkreisen die Information die Runde, dass eine Klage gegen die Baugenehmigung für die Haupttribüne sehr wohl eine Chance auf Erfolg gehabt hätte.

Gleichwohl sieht Preußen-Präsident Dr. Marco de Angelis nicht die Gefahr, dass sich der 2009 von ihm unterschriebene Vertrag als Hemmschuh erweisen könnte.

Im Gegenteil: „Bei allen Maßnahmen im Stadion spielt das Thema Lärmschutz eine wichtige Rolle.“ Das heißt: Sollte es zum Bau der neuen Tribüne kommen, wären Auflagen zu erfüllen, die so hoch sind, dass damit automatisch auch den Anforderungen des Vertrages genüge getan wäre. Denn bis heute muss man bei der Stadionplanung dem sehr strengen Preußen-Park-Urteil Rechnung tragen.

Nach dem Willen der Stadtverwaltung und des Preußen-Vorstandes sollen eine geschickte Bauplanung und notfalls auch Verträge mit störrischen Nachbarn dafür sorgen, dass sich nie wieder ein Richter mit dem Stadion beschäftigt.

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