Konkrete Planungen bei der Stadt
Gute Chancen Westtribüne

Münster -

Die Stadt Münster möchte den Bau einer neuen Tribüne in der maroden Westkurve des Preußenstadions konkret angehen. Nach vorliegenden Informationen soll der Rat im September eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, um die komplizierten juristischen Fragen zu klären. Preußen-Fans wünschen sich die Tribüne.

Dienstag, 23.07.2013, 15:07 Uhr

Pünktlich zum Start der neuen Saison sickerte es durch: Die Stadt Münster als Eigentümerin des Preußen-Stadions will die Planung einer neuen, überdachten Sitzplatztribüne in der aktuell nicht genutzten Westkurve vorantreiben. Oder konkret ausgedrückt: Eine Machbarkeitsstudie soll im Auftrag gegeben werden, um insbesondere die Frage zu klären, ob dieses Bauvorhaben rechtlich in Einklang zu bringen ist mit dem sehr restriktiven „Preußen-Park-Urteil“ aus dem Jahr 2000.

Unter Hinweis auf eine entsprechende Übereinkunft in einen parteiübergreifenden Arbeitskreis zum Preußen-Stadion bestätigte Stadtdirektor Hartwig Schultheiß am Freitag entsprechende Informationen. Konkret soll der Rat der Stadt in seiner Sitzung am 25. September über das weitere Vorgehen entscheiden.

Die Machbarkeitsstudie wird rund 75 000 Euro kosten. Ein Ratsbeschluss ist unter anderem deshalb erforderlich, weil die 75 000 Euro in den Haushalt 2014 eingestellt werden sollen. CDU und SPD haben bereits Zustimmung signalisiert.

Seit Monaten klagen der SC Preußen und die Fans darüber, dass die marode Westkurve, die aus Sicherheitsgründen gesperrt ist, vor sich hin gammelt. Sollte sich der Verein über eine neue Tribüne eine weitere Einnahmequelle erschließen können, wäre er dem Vernehmen nach auch zu Mietzahlungen bereit. Derzeit wird für das Stadion keine Miete verlangt.

Gleichwohl ist die Westtribüne juristisch umstritten, da die Richter des Oberverwaltungsgerichtes 2000 festgelegt haben, dass ein Stadionneubau an der Hammer Straße aus Lärmschutz-Gründen nicht zulässig ist. Auch bei dem Bau der Haupttribüne 2009 wurde sorgfältig geprüft, ob sie den Bestandsschutz, den das alte Stadion genießt, nicht sprengt. Der Stadt und dem Verein kam seinerzeit entgegen, dass gegen die Tribüne nicht geklagt wurde.

Nach Auskunft des Stadtdirektors wird sich die Machbarkeitsstudie konkret an einem „Vorentwurf für eine Tribünenanlage“ orientieren. Schultheiß: „Wir werden kein Risiko eingehen.“

Parallel zu dem Einstieg in die Tribünenplanung sieht der Beschlussvorschlag für den Rat eine Fortsetzung der Sanierungsarbeiten vor. Für knapp 2,9 Millionen Euro sollen bis 2020 eine Reihe baulicher Mängel beseitigt werden. Dazu gehören unter anderem die Sanierung der Stehränge, die Errichtung neuer Sanitäranlagen sowie eine bessere Beleuchtung.

 

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