Wie steht es um die Wasserqualität?
Aasee pfui – Hiltruper See hui

Münster -

Die Wasserqualität in den öffentlichen Bädern wird regelmäßig kontrolliert. Wie steht es aber um den Zustand des Wassers in jenen Gewässern, in denen trotz Badeverbots geschwommen wird? Nach Ansicht des Umweltamtes sind Wasserfreuden im Hiltruper See unbedenklich, im Aasee hingegen regelrecht gefährlich.

Donnerstag, 25.07.2013, 11:07 Uhr

 
  Foto: Jan Hullmann

Nicht nur Münsters Schwimmbäder sind seit Tagen überfüllt – auch Dortmund-Ems-Kanal, Ems und Werse kommen als Abkühlung gerade recht. Vereinzelt wurden sogar Schwimmer im Hiltruper See und, man höre und staune, im Aasee gesehen.

Doch Vorsicht: Nur in den Schwimmbädern wird die Wasserqualität regelmäßig überprüft – in allen anderen Gewässern im Stadtgebiet ist Baden hingegen verboten. Was blüht also jenen, die sich nicht an das Verbot halten?

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Karte: Stepmap

„Ganz klar: Durchfall und Kotzerei“, sagt Lutz Hirschmann mit Blick auf den Aasee. „Unglaublich hoch“ sei dessen Belastung mit Kolibakterien, warnt der Gewässerexperte des Umweltamtes – Folge landwirtschaftlicher Nutzung entlang der Aa, die in Mecklenbeck in den See hineinfließt. Dies sei vor einiger Zeit durch Analysen einmal mehr bestätigt worden. Hirschmanns Urteil: Unabhängig vom ohnehin geltenden Badeverbot ist der Aasee zum Schwimmen „absolut ungeeignet“.

Im Süden der Stadt liegt der Hiltruper See, der bis in die 1950er Jahre noch ein ganz offizieller Badesee war, bevor er Bestandteil eines Wasserschutzgebietes wurde. Damit das Wasser so sauber bleibt, wie es ist, gilt auch hier ein striktes Badeverbot – an das sich leider nicht jeder hält. Ein gefährliches Vergnügen? Zumindest was die Wasserqualität betrifft – nein: „Sie ist sehr gut“, betont Hirschmann. Es gebe keine Zuflüsse, die Bakterien transportieren könnten, der See speise sich ausschließlich aus Grundwasser.

Und auch die Blaualgen-Werte seien – wie übrigens auch am Aasee – derzeit „top“. Das freut nicht zuletzt die Tiere, die sich hier tummeln. Für sie kann der Kontakt mit Blaualgen tödlich enden, für Menschen immerhin mit Gesundheitsschäden. Also: Daumen hoch für die Wasserqualität des Hiltruper Sees, auch wenn die Schwimmer davon nicht viel haben.

Tausende tummeln sich seit Tagen entlang des Dortmund-Ems-Kanals. An dieser „Bundeswasserstraße“ ist das Baden verboten, gleichwohl wird es geduldet. Der Kanal speist sich laut Hirschmann aus der Lippe, ansonsten gibt es kaum Zuflüsse. Entsprechend gering sei die Konzentration an Erregern, die Magen-Darm-Erkrankungen auslösen können. Hirschmanns Urteil: Die Qualität des Wassers ist gar nicht schlecht – es sei denn, man schwimmt in eine Öl- oder Benzinlache.

Bleiben Werse und Ems. Wie am Aasee wird rund um diese Gewässer eifrig Landwirtschaft betrieben – mit allem, was dazugehört. Aber sie fließen, und daher sei die Wasserqualität durchaus ordentlich. Fazit: „Wer nicht mit offenem Mund schwimmt, der nimmt hier nichts auf, was eine Wirkung hinterlässt.“

Ein Freibrief für verbotene Badefreuden sollte das freilich nicht sein, warnt das städtische Gesundheitsamt. Erhöhte Unfallgefahr bei eingeschränkter Sichttiefe, Verletzungen durch Gegenstände am Boden, gefährliche Strömungen, fehlende Bademeister: Die Liste der Gründe, warum es am Ende doch am besten ist, in einem Schwimmbad seine Bahnen zu ziehen, ist ziemlich lang.

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