Aktion gegen Massentierhaltung
„Protest beginnt auf dem eigenen Teller“

Münster -

Das „Grunz-Mobil“ sorgt am Donnerstag und Freitag für Aufsehen auf dem Prinzipalmarkt. Das Anliegen, das dahinter steckt, ist allerdings ein ernstes: Die Aktivisten der Albert-Schweitzer-Stiftung wollen auf das Tierleid in der Massentierhaltung aufmerksam machen und für eine tierfreundliche Ernährung werben.

Donnerstag, 08.08.2013, 16:08 Uhr

Das „Grunz-Mobil“ ist ein Hingucker vor dem Rathaus. Dort informieren auch noch am Freitag die Aktivisten der Albert-Schweitzer-Stiftung über Tierhaltung und Ernährung.
Das „Grunz-Mobil“ ist ein Hingucker vor dem Rathaus. Dort informieren auch noch am Freitag die Aktivisten der Albert-Schweitzer-Stiftung über Tierhaltung und Ernährung. Foto: Oliver Werner

Huch, da steht ja ein Schwein auf dem Prinzipalmarkt . Kein echtes natürlich, aber dafür überlebensgroß. Ein Passant nach dem anderen bleibt stehen, schaut, was es mit dem Gefährt auf sich hat. Schnell kommen viele ins Gespräch mit den Aktivisten der Albert-Schweitzer-Stiftung, die mit dem „Grunz-Mobil“ am Donnerstag und auch noch am Freitag in Münster Station machen. Die Tierschützer wollen über Massentierhaltung aufklären und für einen vegetarischen oder veganen Lebensstil werben – also eine Ernährung ohne Fleisch und Fisch beziehungsweise sogar ganz ohne tierische Lebensmittel.

Johannes Jung ist mit dem „Grunz-Mobil“ auf Tour. Er lebt vegan, seit er 13 Jahre alt ist, und hat in seinem Leben noch kein Stück Fleisch gegessen. Der Vorschlag der Grünen, einen „ Veggie-Day “ einzuführen, beschert den Aktivisten gerade besonderen Zulauf und viele Diskussionen, sagt er – „und dabei bekommen wir mehr positives als negatives Feedback“.

Natürlich werde nicht jeder gleich zum Vegetarier, nur weil er sich am „Grunz-Mobil“ die Filme über Massentierhaltung angesehen und das Gespräch gesucht hat. Doch es sind die kleinen Schritte, auf die die Aktivisten hoffen. Viele nehmen eine Broschüre mit, abonnieren den Newsletter mit veganen Rezeptideen, oder wollen darüber nachdenken, weniger Fleisch zu essen. „Jeder soll seinen eigenen Weg finden“, sagt Johannes Jung. „Wir wollen hier nicht mit erhobenem Zeigefinger stehen, aber aufzeigen, dass es einfach keine Notwendigkeit gibt, Fleisch zu essen – und dass es noch nie so einfach war, sich vegan zu ernähren.“ Selbst die Discounter würden heute fast überall Alternativen zu tierischen Produkten anbieten. Ein Problem sei, dass viele darauf warteten, dass die Politik etwas gegen Massentierhaltung unternehme – „anstatt selbst auf dem eigenen Teller damit anzufangen“.

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