Alte Toiletten, Rost und Schmutz
Klagen über marode Hautklinik

Münster -

Die Universitätshautklinik ist in einem rund 80 Jahre alten Gebäude untergebracht. Eine Patientin beschwert sich massiv über alte Toilettenanlagen und marode Duschen. Auch die Klinikleitung kennt das Problem und will im kommenden Jahr umfassend sanieren.

Mittwoch, 21.08.2013, 08:08 Uhr

Die Hautklinik des Uniklinikums offenbart stellenweise Sanierungsbedarf. Im kommenden Jahr soll umfassend renoviert werden.
Die Hautklinik des Uniklinikums offenbart stellenweise Sanierungsbedarf. Im kommenden Jahr soll umfassend renoviert werden. Foto: Matthias Ahlke

Die Patientin ist Tage nach ihrer Entlassung froh. „Ich bin gesund geworden, Ärzten und dem Pflegepersonal dankbar“, sagt die Frau aus Lüdinghausen , die mit schweren Insektenstichen eine Woche in der Universitätshautklinik behandelt wurde.

Alles andere, was sie in dieser Woche erlebte, stimmte die Patientin weniger froh. Vom baulichen Zustand der Hautklinik war sie schlicht „entsetzt“, sagt sie: „Von einer Universitätsklinik hätte ich so etwas nie erwartet.“ So etwas – das sind zunächst die sanitären Anlagen: Auf ihrer Station hätten sich neun Frauen und Männer zwei Duschen auf dem Flur teilen müssen, auch separate, an den Patientenzimmern angegliederte Toiletten habe es nicht gegeben. „Uralte Fliesen, die man nicht mehr richtig säubern kann“, klagt die Ex-Patientin, die Abflussrohre seien altersschwach und teils verstopft, in einer Dusche sei das Wasser nicht mehr abgelaufen.

Den Balkon für Patienten und Besucher begrenze ein verrostetes Gitter, der Boden sei stark mit Vogelkot beschmutzt gewesen. „Der Aufenthalt war eine Zumutung“, zieht die Frau Bilanz und erzählt, dass auch das medizinische Personal unter dem maroden Zustand der Hautklinik leide und sie ausdrücklich gebeten habe, sich an die Öffentlichkeit zu wenden. Die Patientin, die in der Berichterstattung anonym bleiben will, hat sich inzwischen bei der Klinikleitung beschwert.

Diese reagiert mit Verständnis. „Der bauliche Zustand der Hautklinik entspricht auch nicht unseren Vorstellungen“, sagt Judith Becker , Pressereferentin der Uniklinik. „Wir können nachvollziehen, dass sich die Patientin nicht wohlgefühlt hat“, ergänzt Becker. Einige Pflegebereiche seien bereits renoviert worden, in einem Jahr, ab Mitte 2014, plane das Klinikum eine umfassende Sanierung weiterer Stationen der Hautklinik, einem Bau aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Die Hautklinik des Uniklinikums ist hier seit 1950 untergebracht. Viel sei seither nicht renoviert worden, mutmaßt die Patientin.

Auf der Internetseite der Hautklinik werden indes die Vorzüge des Gebäudes gepriesen: „Unsere Klinik ist in einem großzügig angelegten Backsteinbau mit klassizistischer Fassade untergebracht“, heißt es da. „Inmitten eines Parks gelegen, trägt auch die ruhige, naturnahe Lage des Klinikums zum Genesungsprozess unserer Patienten bei.“

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