BLB und Nabu prüfen Gefängnisstandort
JVA-Planung: Handorf bleibt im Fokus

Münster -

Die Planungen zum Gefängnisstandort Handorf dauern an. Während der Baubetrieb BLB bei der Bezirksregierung eine Änderung des Regionalplans beantragt und so Handorf ins Visier nimmt, prüft der Naturschutzbund alle ursprünglich zur Wahl stehenden Standorte unter ökologischem Aspekt. Handorf hält der Nabu für denkbar ungeeignet.

Donnerstag, 15.08.2013, 15:08 Uhr

Der Truppenübungsplatz in Handorf wird in jüngster Zeit häufig von Gruppen besucht, die sich von der ökologischen Qualität der Fläche ein Bild machen wollen.
Der Truppenübungsplatz in Handorf wird in jüngster Zeit häufig von Gruppen besucht, die sich von der ökologischen Qualität der Fläche ein Bild machen wollen. Foto: Oliver Werner

Der geplante Gefängnis-Neubau auf dem Truppenübungsplatz in Handorf steht erst im September wieder auf der politischen Tagesordnung. Hinter den Kulissen allerdings bringt der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) das Projekt auftragsgemäß voran, die Naturschützer, vor allem der Naturschutzbund Nabu , arbeiten dagegen. Noch im August wollen beide Seiten direkt miteinander reden.

„Alle anderen Standorte sind besser als Handorf“ – so lautet die Zwischenbilanz von Dr. Thomas Hövelmann von der Nabu-Naturschutzstation. Bei einem Ortstermin war der Nabu von der CDU gebeten worden, alle zehn ursprünglich ins Auge gefassten Standorte unter ökologischen Gesichtspunkten zu bewerten. Noch sei diese Prüfung nicht beendet; aber da es sich in der Regel um Ackerflächen handele, sei das Resultat absehbar. Solche Flächen seien von ihrer Wertigkeit mit einer weitgehend unberührten Natur wie in Handorf nicht zu vergleichen – gelegentliches Vorkommen von Kiebitz und Feldlerche einmal ausgenommen. Die Ergebnisse sollen demnächst vorgestellt werden.

Der BLB hat unterdessen eine Änderung des Regionalplans beantragt, wie Bezirksregierungssprecherin Sigrun Rittrich bestätigt. Gutachter untersuchen demnach, welche Auswirkungen ein JVA-Neubau auf die Tier- und Pflanzenwelt der näheren Umgebung, namentlich auf das benachbarte Naturschutzgebiet haben könnte. Fallen die Gutachten positiv aus, könnte die Änderung in den etwa 2014 in Kraft tretenden neuen Regionalplan aufgenommen werden: „Das bedeutet nicht, dass gebaut werden kann, sondern dass die Fläche geeignet ist.“

Gebaut werden kann, wenn auch die Bundeswehr mitspielt. Das Verteidigungsministerium hatte zwar jüngst verlauten lassen, der Standortübungsplatz Münster-Handorf sei „weiterhin in vollem Umfang für eine militärische Nutzung vorgesehen“ (WN, 13.8.). Doch das fragliche Areal am östlichen Rand ist davon offenbar doch ausgenommen. Der Standortälteste habe darüber eine „verbindliche Zusage“ gemacht, berichtet BLB-Sprecherin Barbara Kneißler.

Der BLB sei zurzeit damit beschäftigt, die zahlreichen Anfragen von Politik und Anwohnern abzuarbeiten, „die uns mit auf den Weg gegeben wurden.“

»Alles ist besser als Handorf.«

Dr. Thomas Hövelmann, Nabu
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