Protest gegen rechtsextreme Kundgebungen
Rechte gehen im Pfeifkonzert unter

Münster -

Gleich zwei Kundgebungen hielt die rechtsextreme Partei „Pro Deutschland“ am Dienstag in Münster ab. Vor einer Moschee am Meßkamp und einem linken Treff an der Nieberdingstraße stellten sich ihnen Hunderte Gegendemonstranten entgegen. Zehn von ihnen wurden nach einer Rangelei mit zwei Verletzten festgenommen.

Dienstag, 27.08.2013, 19:08 Uhr

Hunderte Gegendemonstranten stellten sich am Meßkamp (Foto) und an der Nieberdingstraße den Rechtsextremen in den Weg. Bis auf ein Gerangel am Schluss verliefen die Proteste weitgehend friedlich, so die Polizei.
Hunderte Gegendemonstranten stellten sich am Meßkamp (Foto) und an der Nieberdingstraße den Rechtsextremen in den Weg. Bis auf ein Gerangel am Schluss verliefen die Proteste weitgehend friedlich, so die Polizei. Foto: Oliver Werner

Der Protest gegen die zweite rechtsextreme Kundgebung innerhalb von zwei Wochen fällt weniger friedlich aus als erhofft. Zehn Gegendemonstranten werden am Dienstagmittag vorübergehend festgenommen, als die Mitglieder der Partei „Pro Deutschland“ gegen 13 Uhr mit ihrem Bulli die Nieberdingstraße verlassen.

Zuvor hatte es eine Rangelei gegeben, bei der ein Polizist und ein Demonstrant verletzt wurden. Die Polizei spricht von „unschönen Szenen“ – die nach dem ansonsten unauffälligen Protest „unnötig“ gewesen seien. Dennoch zieht sie das Fazit „insgesamt friedlich“.

Hunderte demonstrieren gegen Rechts

Bereits um 9 Uhr morgens versammeln sich rund 250 Gegendemonstranten am Meßkamp. „In Münster ist kein Platz für Rassismus und rechtsextreme Provokationen“, so Carsten Peters vom Bündnis „Keinen Meter den Nazis“. Gegen 10.30 Uhr fährt ein weißer Bulli mit sieben Insassen an der Arrahman Moschee vor. Was folgt, ist eine bizarre Show. Aus den Lautsprechern dröhnt Italo-Western-Musik, zu der eine in eine Burka gekleidete Frau – offenbar eine Pro-Deutschland-Aktivistin – tanzt. „Haut ab, haut ab“, schreien die Gegendemonstranten, während die Rechtsextremen Parolen gegen den Islam ins Mikro schreien. „Verletzend“ sei die rechtsextreme Kundgebung direkt vor der Moschee, sagt Azzam Al-Ahdal, zweiter Vorsitzender der Gemeinde. „Aber Angst haben wir nicht. Die Polizei ist ja da.“

Hier, im Norden der Stadt, trägt der Protest gegen Rechts bürgerliche Züge, die Ratsparteien sind vertreten, Großmütter stehen neben ihren Enkeln. Anders an der Nieberdingstraße, wo „Pro Deutschland“ ab 12 Uhr vor einem linken Treffpunkt eine weitere Kundgebung abhält. Die Extremisten werden dort auch von Antifa-Fahnen sowie Eier- und Gemüsewürfen begrüßt, die Gesamtzahl der Gegendemonstranten dürfte bei mehr als 300 liegen.

Protestkundgebung gegen „Pro Deutschland“-Demo

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Um 12.20 Uhr setzen die Polizeibeamten Helme auf, per Mikrofon fordern sie dazu auf, die Würfe zu unterlassen. Einen Moment scheint es, als würde die Situation eskalieren – doch dann entspannt sie sich rasch wieder. Um 13 Uhr ist der Spuk vorbei. Der Bulli von „Pro Deutschland“ fährt ab, ohne dass sich auch nur eine einzige Botschaft der Rechten gegen Musik, Pfiffe und Schreie auf der anderen Seite durchsetzen konnte.

„Schade, dass zum Schluss einzelne Gegendemonstranten durch ihren gewaltsamen Auftritt das insgesamt friedliche Bild des vielfältigen Protestes getrübt haben“, resümiert Polizei-Einsatzleiter Mönnighoff. Gleichwohl bescheinigt er den Münsteranern, „bis dahin ein deutliches Signal“ gegen die nur sechs Mitglieder der rechtsextremen Partei gesetzt zu haben.

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