Rechtsextreme stundenlang blockiert
1500 Menschen demonstrieren gegen NPD-Kundgebung

Münster -

Auf dem Schlossplatz setzt der friedliche Protest ein Häuflein von Rechtsextremen schachmatt: Mehrere Stunden lang verhindern am Donnerstag rund 300 Personen, dass der Fahrzeugtross der rechtsextremen NPD nach einer Kundgebung wieder aus Münster verschwindet. Erst gegen 19 Uhr setzen sich ihre Wagen unter Polizeischutz in Bewegung.

Donnerstag, 15.08.2013, 19:08 Uhr

Bereits am Nachmittag haben sich 1500 Gegendemonstranten zunächst vor dem Stadthaus 1 versammelt, schwenken Partei-, Gewerkschafts- und Regenbogenfahnen, skandieren Parolen gegen Rechts. „Ein superstarkes Zeichen gegen die Nazis“, schwärmt Organisator Carsten Peters.

Doch die Rechtsextremen – sie tauchen gar nicht erst auf. Weil die Zahl der Gegendemonstranten so groß ist, hat die Polizei kurzerhand entschieden, die NPD-Kundgebung von der City auf den Schlossplatz zu verlagern. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer, binnen Minuten ist der Platz vor dem Stadthaus 1 leer, zu Fuß oder mit dem Rad eilen die Gegendemonstranten Richtung Schlossplatz, wo der rote Bulli der Rechtsextremen mit seinen Hetz-Parolen – unter anderem gegen Ausländer und die Europäische Union – bereits Position bezogen hat.

NPD-Kundgebung und Gegendemo auf dem Schlossplatz

„Hallo Münster“ – zwei Worte eines NPD-Funktionärs reichen aus, ein Trommel- und Pfeifkonzert auszulösen. 45 Minuten lang versucht er, gegen die Menge anzuschreien, zu verstehen ist aber nichts.

„Ich finde es einfach nur traurig, mitten in Münster Nazis zu sehen“, so Leslie Schwartz . Schwartz ist Jude, hat den Holocaust überlebt und kann nicht verstehen, warum sich Menschen für eine Partei engagieren, die blanken Hass predigt.

Für Marie Kentrup ist die vom Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ organisierte Kundgebung die erste Demonstration überhaupt, an der sie teilnimmt – mit 67. „Ich hasse dieses braune Gesocks“, sagt sie aus vollem Herzen. „Die regen mich einfach nur auf.“

Gegendemo zur NPD-Kundgebung

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    Foto: Oliver Werner
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    Foto: Martin Kalitschke
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    Foto: Dirk Anger
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    Foto: Matthias Kalitschke
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    Foto: Dirk Anger

Vertreter aller Parteien im Rat zeigen im wahrsten Sinne des Wortes Flagge, Mütter mit kleinen Kindern, ausländische Mitbürger, Senioren – und sehr, sehr viele junge Menschen. „Warum bloß“, fragt Spyros Marinos vom Ausländerbeirat, „kommen die Nazis nach Münster?“ Und weiter: „Bei uns gibt es keinen Platz für Nazis.“

Die Kundgebung der NPD endet mit einer Ankündigung, die sich wie eine Drohung anhört: „Wir kommen wieder. Bis zum nächsten Mal.“ Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ stellt für diesen Fall einen ähnlich friedlichen Protest wie am Donnerstag in Aussicht. Die Polizei meldete lediglich drei Festnahmen nach Steinwürfen.  

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