Ungewöhnlicher Grünen-Wahlkampf
„Finanzmarkt-Radtour“ durch die City

Münster -

Die Grünen unternahmen am Dienstag einen „Finanzmarkt-Radspaziergang“ mit den Stationen Volksbank, Sparkasse, Deutsche Bank, Verbraucherzentrale und Allianz. „Eine Weltpremiere“, so der Erfinder der Tour.

Dienstag, 20.08.2013, 20:08 Uhr

Grünen-Politiker Sven Giegold (r., mit Maria Klein-Schmeink) informierte über den Finanzmarkt.  
Grünen-Politiker Sven Giegold (r., mit Maria Klein-Schmeink) informierte über den Finanzmarkt.   Foto: kal

Wahlkampf einmal anders: Die Grünen unternahmen am Dienstag einen „Finanzmarkt-Radspaziergang“ mit den Stationen Volksbank, Sparkasse, Deutsche Bank , Verbraucherzentrale und Allianz. „Eine Weltpremiere “, so der Erfinder der Tour vor dem Start – Sven Giegold , Gründungsmitglied von Attac Deutschland und seit 2009 wirtschafts- und finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Europaparlament. Zusammen mit Marie Klein-Schmeink, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen aus Münster, und rund 30 Parteifreunden machte er sich auf den zweistündigen Weg.

Ein halbes Jahrzehnt beschäftigen Banken-, Finanz- und Eurokrise nun schon die Öffentlichkeit – „in diesem Wahlkampf sind das allerdings nicht die Mega-Themen“, so Giegold. Das liege zum einen daran, „dass den Leuten das Thema mittlerweile zum Hals heraushängt“. Auf der anderen Seite verzichteten die Parteien nur allzu gerne auf das Thema Finanzkrise, „da es in diesem Zusammenhang keine guten Nachrichten zu verkünden gibt“, glaubt Giegold.

Nach seiner Einschätzung gehört sie sehr wohl auf die Wahlkampf-Agenda. Seine Radtour, die am Dienstag zum ersten Mal stattfand, soll daher noch durch viele weitere Städte führen – bis zur Europawahl 2014. Ziel sei es zu vermitteln, dass die Finanzkrise nicht nur ein Problem von „denen da oben“ sei – sondern eines, für das „jeder Verbraucher verantwortlich ist“, meint Giegold mit Blick auf Anleger, denen eine hohe Rendite wichtiger sei als die Sicherheit eines Investments. „Das Kapital“, so Giegold, „sind auch wir.“

Auf der Radtour plädierte er unter anderem dafür, stärker offen zu legen, welche Provisionen Bankberater erhalten, wenn sie riskante Produkte vermarkten. Zudem bezeichnete er die Forderung, aus dem Euro auszutreten, als „irrsinnig“ und „ökonomisch schädlich“.

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