Verteidigungsministerium weiß nichts von JVA-Plänen
„Standort Handorf steht nicht zur Verfügung“

Münster -

Der Standortübungsplatz Handorf steht laut Bundesverteidigungsministerium „für eine anderweitige Nutzung nicht zur Verfügung“.

Samstag, 17.08.2013, 11:08 Uhr

Verteidigungsministerium weiß nichts von JVA-Plänen : „Standort Handorf steht nicht zur Verfügung“
Scheitern die Handorfer Gefängnis-Pläne am Veto der Bundeswehr? Das Verteidigungsministerium erklärt auf ausdrückliche Nachfrage, der Standortübungsplatz Handorf stehe „nicht für eine anderweitige Nutzung zur Verfügung“. Foto: Oliver Werner

Steht der Standortübungsplatz Münster-Handorf als mögliches JVA-Gelände überhaupt zur Verfügung ? Eine neue Stellungnahme des Bundesverteidigungsministeriums zu dieser Anfrage unserer Zeitung lässt daran nun doch erhebliche Zweifel aufkommen.

Das Gelände stehe „nicht für eine anderweitige Nutzung zur Verfügung“, heißt es darin. Und auf die ausdrückliche Nachfrage nach der vom Baubetrieb des Landes (BLB) begonnenen Standort-Prüfung heißt es weiter: „Eine anders lautende Vereinbarung wurde zwischen der Bundeswehr und dem Bau-und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen nicht abgeschlossen.“

Noch am Dienstag hatte der BLB erklärt, es habe eine „verbindliche Zusage“ des Standortältesten gegeben. Eine Aussage, die BLB-Sprecherin Barbara Kneißler nun präzisiert: Es habe mehrere Gespräche über die grundsätzliche Eignung des Standorts gegeben – und dabei sei mündlich signalisiert worden, dass das Militär auf die fragliche Fläche verzichten könnte. Die Nutzung des Übungsplatzes würde durch eine JVA nicht beeinträchtigt. „Wir müssen jetzt davon ausgehen, dass wir planen können“, sagt Kneißler.

Eine Auffassung, die der SPD-Landtagsabgeordnete und frühere Handorfer Kasernenkommandant Thomas Marquardt teilt. Er selbst habe die Gespräche zwischen BLB und Bundeswehr angeregt: „Die derzeit handelnden Personen sind informiert. Der Bereich, der in Frage kommt, steht zur Verfügung“, betont Marquardt.

Wir müssen jetzt davon ausgehen, dass wir planen können.

Barbara Kneißler, BLB

Dass das Ministerium nun wiederholt und ausdrücklich den Übungsplatz Handorf als unantastbar deklariert, hält Marquardt für ein Kommunikationsproblem: Das Einverständnis des Standortältesten sei vermutlich „auf dem Weg zum Streitkräfteamt verloren gegangen“. Brigadegeneral Stephan Thomas selbst war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Im Mai war der Truppenübungsplatz Handorf als augenscheinlich geeignetster unter zehn Standorten für den Neubau der JVA Münster zur näheren Prüfung ausgewählt worden. Massiver Einspruch kam vor allem von Naturschützern, die die Fläche zu den ökologisch wertvollsten des Stadtgebietes rechnen.

Die immer wieder aufkeimende Idee, auf dem Kasernengelände selbst das neue Gefängnis zu bauen, weist Kasernenkommandant Dr. Heiner Bröckermann als „abstrus“ zurück: Bis zum 30. Juni 2016, das stehe nun endgültig fest, sei hier die Unteroffiziersschule des Heeres untergebracht, anschließend werde das Stabsunterstützungsbataillon des Deutsch-Niederländischen Korps nach Handorf verlegt. 

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