Wann kommt der Ausbau der Bahnstrecke nach Lünen?
IHK warnt: RRX-Züge fahren vielleicht nur bis Dortmund

Münster -

Bund und Land setzen beim Thema Schienenverkehr stark auf die geplanten RRX-Linien. Sollte aber das zweite Gleis zwischen Münster und Lünen nicht kommen, würde Münster nicht von dem Projekt profitieren.

Freitag, 02.08.2013, 08:08 Uhr

 
  Foto: Gunnar A. Pier

Ein neues Kürzel elektrisiert die Verkehrspolitiker in Berlin, in Düsseldorf und bei der Bundesbahn : RRX . Die drei Buchstaben stehen für Rhein-Ruhr-Express. Das Projekt soll bis Ende des Jahrzehntes die Zugverbindungen zwischen den nordrhein-westfälischen Großstädten verbessern. Zwischen Köln und Dortmund soll es dann einen 15-Minuten-Takt geben, zwischen Münster und Dortmund immerhin noch einen Stundentakt.

So weit, so gut. Joachim Brendel , bei der Industrie- und Handelskammer Nordwestfalen zuständig für Verkehrsfragen, traut dem Jubel aber nicht so ganz. Er kann sich gut vorstellen, dass irgendwann die RRX-Züge quer durch das Land rollen – aber nicht nach Münster. „Ich halte das für eine reale Gefahr.“

Der Grund: Die Bahntrasse zwischen Münster und Lünen könne den zusätzlichen RRX-Verkehr nur aufnehmen, wenn der zweite Gleisstrang gebaut werde. Genau dieses schätzungsweise 400 Millionen Euro teure Bauvorhaben „ist aber kein RRX-Projekt“. Gleichwohl aber für Münster sehr wichtig, da von dem Ausbau auch der IC- und ICE-Verkehr profitieren würde.

In der Tat: Auf der RRX-Homepage ist davon die Rede, dass für den Streckenausbau zur Realisierung der insgesamt sechs RRX-Linien rund zwei Milliarden Euro erforderlich sind. Genannt werden große Investitionen in Köln, Düsseldorf, Duisburg und Dortmund, ferner „punktuelle Maßnahmen“ in Bochum und Essen. Münster-Lünen kommt in dieser Übersicht nicht vor. Die Planungen für das (mögliche) zweite Gleis sind vielmehr Bestandteil des „normalen“ Konzeptes zum Ausbau des Schienennetzes.

Brendel hat nun die Sorge, dass sich Bund und Land im Falle einer neuerlichen Finanzknappheit bei Schienenausbau in Nordrhein-Westfalen auf die RRX-Projekte konzentrieren. Dann würden die politisch gewollten RRX-Züge nur bis Dortmund fahren. „Das Münsterland würde buchstäblich auf der Strecke bleiben.“

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