Debatte um neuen JVA-Standort in Münster
Landwirtschaftlicher Kreisverband kritisiert die Haltung der Naturschützer

Münster -

In der Debatte um einen neuen Standort für die JVA Münster sind Ackerflächen, die als Produktionsgrundlage für die Lebensmittelherstellung unverzichtbar sind, als Alternativen angeführt worden. „Die münsterischen Bauern fordern, wertvolle landwirtschaftliche Flächen zu erhalten. Nur dann ist es auch künftig möglich, hochwertige und gesunde Nahrungsmittel zu produzieren.“ Das betont Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes.

Donnerstag, 12.09.2013, 17:09 Uhr

Für den Schutz landwirtschaftlicher Flächen sprachen sich Susanne Schulze Bockeloh, Bernhard Taphorn und Heinz-Georg Buddenbäumer (r.) schon im vergangenen Jahr deutlich aus.
Für den Schutz landwirtschaftlicher Flächen sprachen sich Susanne Schulze Bockeloh, Bernhard Taphorn und Heinz-Georg Buddenbäumer (r.) schon im vergangenen Jahr deutlich aus. Foto: Landwirtschaftsverband WL

„Wir widersprechen dem Nabu Münster ausdrücklich, wenn er den Eindruck erweckt, Ackerflächen seien weniger schützenswert als angeblich ökologisch hochwertigere Standorte.“ Susanne Schulze Bockeloh weist darauf hin, dass auch Ackerflächen eine ökologische Wertigkeit als Lebensräume haben, für die sich die Landwirte mit ihrer täglichen Arbeit verantwortlich zeigen. Für das Vorgehen des Nabu habe der Landwirtschaftliche Kreisverband kein Verständnis.

Allein in den vergangenen zehn Jahren hätten die Landwirte in Münster jährlich eine Fläche von 100 Hektar verloren. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, landwirtschaftliche Nutzfläche sei in Münster kein hohes Gut, heißt es in der Pressemitteilung. Mit der Überschrift „Alles ist besser als Handorf“ werde aber genau das von den Naturschützern impliziert.

Die im Kreisverband Münster landwirtschaftlich genutzte Fläche umfasst nach eigenen Angaben 13 968 Hektar, wobei der Anteil an Ackerland davon rund 10 944 Hektar beträgt. Der Ackerbau diene in erster Linie dem Anbau von Futtermitteln, denn das Münsterland sei traditionell ein starker Standort für die Veredlung. Die landwirtschaftliche Fläche entspreche 46,1 Prozent der Gesamtfläche des Stadtgebietes. 28 Forstbetriebe mit 4669 Hektar Wald umfassten weitere 16 Prozent der Fläche.

In den vergangenen zehn Jahren hätten die münsterischen Landwirte jährlich eine Fläche von 100 Hektar verloren, was der Größe von mehr als zwei durchschnittlichen landwirtschaftlichen Betrieben entspreche. Täglich fielen rund 3200 Quadratmeter an Äckern, Wiesen und Weiden Siedlungs- und Verkehrsflächen sowie dem Ausbau von Industrie- und Gewerbeflächen und dem ökologischen Ausgleich für Eingriffe zum Opfer – fast die Hälfte eines Fußballfeldes pro Tag.

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