Melanie Hoppe läuft mit Hirntumor
Marathon auf dem Pulverfass

Münster -

Melanie Hoppe traut sich die 10,7 Kilometer als Staffelläuferin zu. Das Besondere daran: Die 37-Jährige Coesfelderin, die beim Marathon an den Start geht, leidet unter einem Hirntumor.

Freitag, 06.09.2013, 20:09 Uhr

Die fünfjährige Emma wird am Zieleinlauf ganz fest die Daumen drücken für ihre Mami, die am Sonntag als Staffelläuferin beim Münster-Marathon an den Start geht. Melanie Hoppe traut sich die 10,7 Kilometer zu. „Das schaffe ich locker“, sagt die 37-jährige Coesfelderin, die regelmäßig joggt. Will sie doch im Laufschritt eine Medaille erringen, um die schmückende Auszeichnung ihrer kleinen Tochter zu schenken.

Melanie Hoppe schätzt das Leben. „Man darf nie aufgeben, nie den Kopf in den Sand stecken und positiv denken.“ Das sagt ausgerechnet eine Frau, die seit drei Jahren mit einem großflächigen Tumor in der linken Gehirnhälfte lebt und sich mit ihrer Erkrankung arrangiert hat – „auch wenn es mir im Moment ganz gut geht, sitze ich auf einem Pulverfass “. Am Hirntumor-Zentrum des Universitätsklinikums Münster (UKM) weiß sie sich in besten Händen. Chemotherapien statt Operation. „Da Zellen und Gewebe betroffen sind, kommt eine Operation nicht infrage“, erzählt Melanie Hoppe, die am Sonntag für das Hirntumor-Zentrum des UKM als Staffelläuferin an den Start geht. Mit von der Partie sind Dr. Benjamin Brokinkel, Trainer Ralf Brandt und Prof. Dr. Walter Stummer, Leiter des Hirntumor-Zentrums.

Kopfschmerzen hatte sie schon als Kind. Auch im Urlaub auf Mallorca vor drei Jahren wurde sie von Kopfschmerzen gepeinigt. Als sie wieder im Job war, schickte sie ihr Chef, Hermann Brück, zu einem befreundeten Arzt. Am nächsten Tag war Melanie Hoppe in der Röhre. Als Bürokauffrau arbeitet sie zwei halbe Tage in der Woche in dem Familienbetrieb in Münster – und fühlt sich bestens verstanden.

Während ihrer Behandlung am UKM erfuhr sie von den Begleittherapien. Dabei handelt es sich um spezielle Gesprächs-, Kunst- und Sportangebote. Melanie Hoppe reizte das Sportangebot, und sie trainiert nun bereits seit gut anderthalb Jahren mit dem Sportwissenschaftler Ralf Brandt.

Die Mutter von Emma freut sich auf den Staffellauf – und Emma auf die Medaille . . .

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