Zeremonie vor dem Schloss
Zapfenstreich mit Nebengeräuschen

Münster -

Die Uni-Studentenvertretung schießt mit scharfen Worten gegen die Rektorin und die Bundeswehr. Der AStA kritisiert die Durchführung des Großen Zapfenstreichs auf dem Uni-Gelände.

Mittwoch, 25.09.2013, 08:09 Uhr

Üben für den Großen Zapfenstreich: Schon am Dienstag probten Soldaten das Zeremoniell vor dem Schloss. Kritik kam von der Studentenvertretung.
Üben für den Großen Zapfenstreich: Schon am Dienstag probten Soldaten das Zeremoniell vor dem Schloss. Kritik kam von der Studentenvertretung. Foto: Ahlke

Der Große Zapfenstreich ist das höchste militärische Zeremoniell der Bundeswehr . Ein feierlicher Akt mit Musik im Fackelschein. Doch wenn am Mittwochabend dem scheidenden Kommandeur des I. Deutsch-Niederländischen Korps, Ton van Loon vor dem Schloss diese Ehre zuteil wird, gefällt das offenbar nicht allen.

Die Studierendenvertretung der Universität kritisiert jedenfalls die „pompöse Zeremonie unter Einsatz bewaffneter Streitkräfte, Militärmusik und Fackelträger“ auf dem Uni-Gelände, wie es in einer Pressemitteilung des AStA heißt. Bei der Polizei wurde für den Abend eine Gegen-Kundgebung mit rund 150 Personen angemeldet, wie Polizeisprecher Roland Vorholt erklärt. „Es gibt aber keine Hinweise auf große Störungen.“

Dem AStA erscheint nach eigenen Angaben der Aufmarsch der Bundeswehr auf dem Uni-Gelände „besonders unpassend“: Denn nach der im Juli durch den Uni-Senat beschlossenen Zivilklausel habe sich die Universität verpflichtet, nur zu friedlichen Zwecken zu forschen und zu lehren, so die Begründung der Studentenvertretung.

Uni-Sprecher Norbert Robers verteidigt die Überlassung des Schlossplatzes an das Korps: Unter „guten Nachbarn“ sei das ganz normal. Dabei stellt Robers auch klar: „Wir treten das Hausrecht nicht ab.“ Der Platz sei dem Korps zur Nutzung zur Verfügung gestellt worden. Zwischen der Polizei und den Feldjägern der Bundeswehr habe es deshalb eine entsprechende Sicherheitsabsprache gegeben.

Proben für den Großen Zapfenstreich

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    Foto: Matthias Ahlke
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Der AStA beklagt, dass das Rektorat in der Nähe des ehemaligen Hindenburgplatzes einen solchen Militäraufmarsch auf dem Schlossvorplatz nicht entschiedener verhindert habe. „Schon 1938 wurde die Schlosskulisse von den Nazis genutzt, um hier zu marschieren“, schreiben die Studentenvertreter in diesem Zusammenhang wörtlich. Sie planen ab 16 Uhr bis in den Abend ein „inhaltliches Gegenprogramm“.

Doch die Soldaten dürfen sich auch über freundliche Töne freuen: Die festliche Kommandoübergabe am Deutsch-Niederländischen Korps samt Großem Zapfenstreich vor dem Schloss wertet Münsters CDU als „ein bedeutendes Ereignis für unsere Stadt“. Dabei verweist CDU-Ratsfraktionschef Stefan Weber auf einen Antrag seiner Fraktion von 2003. Darin hatte sich die Fraktion dafür ausgesprochen, „Münster als Garnisonsstadt“ weiter zu sichern und zu stärken, wie es in einer Mitteilung heißt.

„In unserer Stadt sind seit mehr als 300 Jahren Truppen stationiert. Daher verkörpert Münster als Garnisonsstadt, die zugleich Stadt des Westfälischen Friedens ist, die Zielsetzung eines auf der Grundlage des Rechts aufbauenden friedlichen Miteinanders der Völker und Nationen“, mahnt Weber. Als internationales Nato-Hauptquartier habe das Deutsch-Niederländische Korps den Auftrag, den Frieden zu sichern.

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