Heiß begehrte BVB-Dauerkarte
Dortmund-Fans streiten vor Gericht um Ticket

Münster -

Wenn ein Fan von Borussia Dortmund eine Dauerkarte für seinen Lieblingsclub besitzt, kann er sich glücklich schätzen. Die Wartezeit darauf beträgt mehrere Jahre. In Münster streiten Anhänger des BVB demnächst vor dem Amtsgericht um ein Saisonticket auf der Südtribüne.  

Mittwoch, 02.10.2013, 07:10 Uhr

Blick auf die Südtribüne im Dortmunder Stadion: Münsterische Fans streiten nun vor Gericht um eine Dauerkarte.
Blick auf die Südtribüne im Dortmunder Stadion: Münsterische Fans streiten nun vor Gericht um eine Dauerkarte. Foto: dpa

Es ist keine dieser klassischen Auseinandersetzungen zwischen Schwarz-Gelb und Blau-Weiß, die Fußballfans im Dunstkreis der großen Ruhrgebietsclubs gemeinhin erschüttern. Die Front im Streit, der demnächst vor dem münsterischen Amtsgericht ausgetragen wird, verläuft mitten durchs schwarz-gelbe Lager. Und die Kontrahenten sind zwei, die über ein Jahrzehnt Seit an Seit auf der Südtribüne Siege von Borussia Dortmund bejubelt und Niederlagen beweint haben.

Die Geschichte, die nun vor Gericht ihrem vorläufigen Höhepunkt zustrebt, erzählt von Fußballfreundschaft aber auch davon, welch hohes Gut mittlerweile eine Dauerkarte für die Spiele des BVB darstellt. Sie beginnt vor 14 Jahren: Da beschließen vier Freunde aus Münster , allesamt glühende Fans des BVB, sich Dauerkarten für ihren Verein zu kaufen. Auch damals sind die Tickets schon begehrt, darum stellen die vier sicherheitshalber für sieben Personen beim BVB Anträge, darunter der Vater des Münsteraners, gegen den nun die Klage läuft. Das Glück ist dem Quartett hold, sie erhalten gleich vier Dauerkarten, eine davon läuft allerdings auf den Namen des Vaters, der gar nicht ins Stadion will.

Enkel soll Karte bekommen

Das macht zuerst nichts, wird aber mit dem wachsenden Erfolg des BVB lästig. Die Kosten für Extra-Tickets für Pokal- oder ChampionsLeague-Spiele werden direkt vom Konto des Karteninhabers abgebucht. Geld muss ständig hin und her überwiesen werden. „Ich wollte die Dauerkarte auf meinen Namen umschreiben“, erzählt der Fan, der jahrelang mit dem Ticket des Vaters seines Freundes im Stadion war. Das wurde ihm nun aber von seinem alten Freund verweigert. Die Karte des Vaters solle in einigen Jahren auf den Enkel übertragen werden, hieß es.

Der klagende Fan hat die Sache seinem Anwalt übergeben, der den Fall ein „juristisches Bonbon“ nennt und seinen Mandanten im Recht sieht: Weil die Dauerkarte von Anfang an abgetreten worden sei, könne dieser auch ohne schriftlichen Vertrag den Anspruch darauf geltend machen.

Die vier Fans aus Münster stehen seit Ausbruch des Streits an verschiedenen Stellen der Südtribüne – der Beklagte getrennt von den drei Freunden. Dass der Kläger auch ohne die alte Dauerkarte weiter dabei ist, verdankt er dem Glück in der Liebe, das zur Fortune des BVB auf dem Rasen hinzukam. Im Stadion lernte er seine jetzige Ehefrau kennen, ebenfalls Dauerkartenbesitzerin. Sie tritt ihm derzeit meist ihr Ticket ab und hütet das gemeinsame inzwischen geborene Kind. „Aber irgendwann“, sagt der dankbare Ehemann, „wollen wir wieder zusammen auf die Südtribüne“. Und vier bis fünf Jahre will er darauf nicht warten: „So lange dauert momentan die Wartezeit auf ein Dauerticket beim BVB.“

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