Kohlekraftwerk wird teuer für Stadtwerke Münster
Ärger über „Millionengrab“ in Hamm

Münster -

Die scheinbar nicht enden wollende Pannen-Serie beim Bau des RWE-Kohlekraftwerks in Hamm bestätigt nach Einschätzung von SPD-Fraktionschef Michael Jung, dass es sich bei dem Projekt um ein „Millionengrab“ handelt. Jung ist zugleich stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, die mit 40 Millionen Euro am Kraftwerk beteiligt sind.

Mittwoch, 09.10.2013, 10:10 Uhr

In Hamm bauen die RWE ein Kohlekraftwerk. Die Inbetriebnahme verzögert sich mindestens bis März 2014 – sehr zum Ärger der münsterischen Politik.
In Hamm bauen die RWE ein Kohlekraftwerk. Die Inbetriebnahme verzögert sich mindestens bis März 2014 – sehr zum Ärger der münsterischen Politik. Foto: RWE

In der SPD sei man sich inzwischen einig, dass es sich dabei um eine Fehlinvestition gehandelt habe, betont Jung . „Wir wollen daher so schnell wie möglich aus dem Kraftwerk raus.“ Der von Politik und Aufsichtsrat geforderte Verkauf des 40-Millionen-Anteils sei allerdings derzeit nur schwer umzusetzen.

Am Montag war bekannt geworden, dass es in einem Block des Kraftwerks zu einem unbeabsichtigten Chemikalieneintrag gekommen ist . Die für diesen Herbst vorgesehene Inbetriebnahme sei daher auf März 2014 verschoben worden – was laut „ Handelsblatt “ bis zu eine Million Euro zusätzliche Kosten pro Woche verursache.

Dies alles sei „hochgradig ärgerlich“, betont Stefan Weber , CDU-Fraktionschef und Vorsitzender des Stadtwerke-Aufsichtsrates. Auch er hält den vom Aufsichtsrat abgesegneten Verkauf des 40-Millionen-Euro-Anteils zum jetzigen Zeitpunkt für „schwierig“.

Weber geht zwar davon aus, dass das Projekt nach wie vor wirtschaftlich sei – allerdings nicht mehr in jenem Umfang, wie man zu Beginn des Projekts gehofft habe. Wann der Anteil verkauft werden kann, sei ungewiss – „hier ist Abwarten wohl die vernünftigste Lösung“, meint der CDU-Fraktionschef. 

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