Michelle Barthel im Interview
„Manchmal habe ich Heimweh“

Münster -

Es ist ihre erste Hauptrolle: Die Schauspielerin Michelle Barthel ist ab dem 10. Oktober in dem Kinofilm „Spieltrieb“ zu sehen. Im Interview spricht die junge Frau, die in Münster ihr Abitur gemacht hat, über die Rolle und ihr neues Zuhause in Berlin.

Freitag, 04.10.2013, 10:10 Uhr

In „Spieltrieb“ lernt die 15-jährige Außenseiterin Ada (gespielt von Michelle Barthel) den charismatischen Alev (Jannik Schümann) kennen. Beide beginnen ein Spiel um Leidenschaften, um Macht, um Begehren. Bis es Ada irgendwann dämmert, dass sie in der Liaison Dinge tut, die nicht gut für sie sind.
In „Spieltrieb“ lernt die 15-jährige Außenseiterin Ada (gespielt von Michelle Barthel) den charismatischen Alev (Jannik Schümann) kennen. Beide beginnen ein Spiel um Leidenschaften, um Macht, um Begehren. Bis es Ada irgendwann dämmert, dass sie in der Liaison Dinge tut, die nicht gut für sie sind. Foto: Concorde Filmverleih

Michelle Barthel hat geschafft, wovon viele träumen: Mit 20 Jahren spielt die Grimme-Preisträgerin ihre erste Hauptrolle in einem Kinofilm. „ Spieltrieb “ hat am Sonntag um 14 Uhr im Cineplex Münster-Premiere. In dem provokanten Film nach dem Roman von Julie Zeh verkörpert Michelle Barthel die 15-jährige Ada, die sich in den charismatischen Alev verliebt. Beide beginnen ein Spiel um Macht und Begehren. Bis Ada Dinge tut, die sie gar nicht tun will. WN-Redakteurin Sandra Peter sprach mit Michelle Barthel über die Rolle und über ihre Wurzeln im Münsterland.

Michelle, du bist kürzlich aus dem Münsterland nach Berlin gezogen. Wie gefällt dir die Stadt?

Michelle Barthel: Zuerst fühlte es sich an, als wenn ich ins kalte Wasser geworfen werde. Ich komme ja aus Schapdetten, und die Dimensionen, denen man in Berlin begegnet, kann man nicht vergleichen. Auf der anderen Seite bietet Berlin unheimlich viel. Aber ab und zu packt mich Heimweh.

Neben Freunden und Familie, was vermisst du denn?

Michelle: Man hat mehr Zeit – auf dem Land ist das Tempo einfach langsamer. Und die Natur, die ist in Berlin natürlich auch nicht überall gegeben.

Am Sonntag bist du in Münster , um deinen Film vorzustellen. Auf den Punkt gebracht, worum geht es in „Spieltrieb“?

Michelle: Es geht um Abhängigkeitsverhältnisse. Darum, sich in Abhängigkeit einer anderen Person zu begeben und nicht zu spüren, dass man sich dabei aufgibt. Aus Liebe tun viele Menschen Dinge, die sie eigentlich gar nicht tun wollen.

Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen dir und Ada?

Michelle: Erst dachte ich, es gäbe gar keine Parallelen: Ada trägt eine große Wut in sich, ist sehr einsam und isoliert. Das passte gar nicht zu mir, ich habe mich in der Schule immer sehr wohl gefühlt. Als ich mich jedoch mit dem Drehbuch und dem Buch beschäftigt habe, habe ich doch Gemeinsamkeiten entdeckt. Ada ist eine Person, die rausgehen und etwas erleben will, und die auch den Mut dazu hat. Genau wie ich auch.

Im Film gibt es einige sehr freizügige Szenen. Hattest du Probleme damit, nackt vor der Kamera zu stehen?

Michelle: Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass das ganz spurlos an mir vorbeigegangen wäre. Zum Glück war ich in einem Team aufgehoben, das sehr respektvoll mit mir und der Situation umgegangen ist. Ich wusste, wenn ich „Stopp“ sage, heißt das auch „Stopp“.

Du hast schon in mehreren Tatorten mitgespielt, unter anderem im Münster-Tatort „Hinkebein“  ...

Michelle: Ich habe mich riesig gefreut, dass ich dieses „Heimspiel“ spielen durfte. Es war super, mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers zusammenzuarbeiten.

Tatort-Kommissarin, wäre das in ein paar Jahren etwas für dich?

Michelle: Wer weiß, was in zehn Jahren ist? Ich stelle es mir spannend vor, eine Rolle über die Jahre immer weiter zu entwickeln. Aber im Moment genieße ich es, frei zu sein und an verschiedenen Projekten zu arbeiten.

Du hast 2012 an der Marienschule Abi gemacht. Wie hast du das mit der Schauspielerei unter einen Hut bekommen?

Michelle: Ich hatte viel Glück. Meine Lehrer und Mitschüler haben mir geholfen, mich mit Unterrichtsmaterialien versorgt und mit mir den Stoff nachgeholt. Als die Dreharbeiten für „Spieltrieb“ begannen, waren die Abiprüfungen schon geschrieben. Das ging nahtlos ineinander über.

Bleibt dir am Sonntag noch Zeit in Münster?

Michelle: Leider bin ich nur ein paar Stunden in der Stadt. Aber es werden sich viele Menschen, die mir wichtig sind, den Film mit mir anschauen. Dafür bin ich sehr dankbar, es gibt mir die Möglichkeit, „Danke“ zu sagen – dafür, dass sie mir den Rücken stärken und ich immer wieder zurückkommen kann.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1954729?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F1753750%2F2072638%2F
1100 vertrauliche Mails mitgelesen
Das Auslesen des Passwortes machte es möglich, sich Zugriff auf das Mailkonto des Greveners zu verschaffen. Der Täter soll pikanterweise ein Familienmitglied sein.
Nachrichten-Ticker