Nach Gemeindezusammenschlüssen
Katholiken wählen ihre ersten Pfarreiräte

Münster -

Am 9. und 10. November sind in 13 Pfarreien in Münster mehr als 113 000 wahlberechtigte Katholiken aufgerufen, ihr Kreuzchen zu machen. Erstmals wird aber kein Pfarrgemeinderat gewählt, sondern ein Pfarreirat – eine Umbenennung, die den zahlreichen Fusionen geschuldet ist.

Mittwoch, 30.10.2013, 20:10 Uhr

Appellieren an alle Wahlberechtigten, ihr Kreuzchen zu machen: hauptamtliche und ehrenamtliche Vertreter der Gemeinden, Weihbischof Dr. Stefan Zekorn (5.v.l.) und Bernd Kersken (6.v.l.), Geschäftsführer des Stadtdekanats Münster.
Appellieren an alle Wahlberechtigten, ihr Kreuzchen zu machen: hauptamtliche und ehrenamtliche Vertreter der Gemeinden, Weihbischof Dr. Stefan Zekorn (5.v.l.) und Bernd Kersken (6.v.l.), Geschäftsführer des Stadtdekanats Münster. Foto: sape

In 13 Pfarreien in Münster wird in zehn Tagen gewählt, in vielen davon zum ersten Mal nach einer Fusion. Das ist einer der Gründe, weshalb die Katholiken dieses Mal keinen Pfarrgemeinderat wählen – sondern einen Pfarreirat , wie das Gremium ab sofort heißt.

Die Umbenennung sei als Folge der zahlreichen Gemeindefusionen zu sehen, sagte Weihbischof Dr. Stefan Zekorn . In diesem veränderten Umfeld liegt bei den Pfarreiratswahlen mehr Gestaltungsspielraum bei den Pfarreien selbst. Sie entscheiden, ob sie sich als die von Zekorn ins Spiel gebrachte Gemeinschaft von kleineren Gemeinden definieren, oder als eine große Pfarrei. Erstere Option würden vor allem diejenigen Pfarreien wählen, die noch im Prozess des Zusammenwachsens steckten. Entsprechend sei es möglich, entweder paritätisch oder proportional zur Zahl der Mitglieder der einzelnen, kleinen Gemeinschaften zu wählen.

Nichts ändert sich durch die Umbenennung an den Entscheidungskompetenzen des Gremiums. Der Pfarreirat ist jedoch nicht nur wie der frühere Pfarrgemeinderat zuständig für die innerkirchliche Vernetzung, sondern auch für die Zusammenarbeit mit nichtkirchlichen Partnern.

Pfarreiräte

In 13 Pfarreien wird am 9. und 10. November (Samstag und Sonntag) gewählt: in St. Clemens Amelsbüren und Hiltrup, St. Nikolaus, St. Joseph Münster-Süd, St. Lamberti, St. Gottfried, St. Stephanus, St. Anna Mecklenbeck, Heilig Kreuz, St. Marien und St. Josef, St. Ludgerus und St. Pantaleon Roxel, St. Petronilla Handorf, St. Mauritz und St. Franziskus. Insgesamt haben sich 213 Kandidaten für die Wahl aufstellen lassen. 113 270 Katholiken in den wählenden Pfarreien sind wahlberechtigt.

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Die Zahl der zu wählenden Mitglieder des Gremiums sei leicht reduziert worden – ein Wunsch, der aus den Pfarreien kam, betonte Zekorn, denn nicht überall seien Kandidaten für den Pfarreirat leicht zu finden. Zekorn unterstrich die Bedeutung der Pfarreiräte als Möglichkeit der Mitgestaltung von Kirche vor Ort – und viele aktive Ehrenamtliche pflichten ihm bei. „Wir wurden im Vorfeld der Fusion angehört“, berichtet Andreas Glahn, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats St. Nikolaus Wolbeck, und Martina Fölling, Kandidatin für St. Petronilla, ergänzt: „Bei aller Kritik an der Kirche ist es wichtig, nicht nur zu schimpfen, sondern mitzuarbeiten.“

Kopfzerbrechen bereitet hingegen die Wahlbeteiligung. Zwar hätten bei den vergangenen Pfarrgemeinderatswahlen 60 Prozent der Gottesdienstbesucher ihr Kreuzchen gemacht, das entsprach jedoch nur etwa acht Prozent der zur Wahl aufgerufenen Katholiken insgesamt.

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