Nach nächtlicher Irrfahrt in München
Taxi-Zentrale entschuldigt sich

Münster -

Die nächtliche Taxifahrt von Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe, bei der dem Taxi auf der Autobahn der Sprit ausging, hat in München zu einer Diskussion über Taxis geführt. Die Taxi-Zentrale hat sich unterdessen bei Lewe entschuldigt.

Mittwoch, 23.10.2013, 12:10 Uhr

Die Münchener Taxi-Zentrale hat sich bei Oberbürgermeister Lewe für dessen Horrorfahrt entschuldigt.
Die Münchener Taxi-Zentrale hat sich bei Oberbürgermeister Lewe für dessen Horrorfahrt entschuldigt. Foto: Oliver Werner

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen! Nun, die Reiseerzählungen des münsterischen Oberbürgermeisters Markus Lewe, der in München eine horrormäßige Taxifahrt erlebte , sind inzwischen in München Stadtgespräch und sorgen überdies für Diskussionen im Taxi-Gewerbe.

Münchener Taxi-Genossenschaft entschuldigt sich beim OB

Auf jeden Fall hat sich Frank Kuhle , Chef der Taxi München eG, jüngst im münsterischen Rathaus gemeldet, um sich offiziell für die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen, die Lewe während einer Taxifahrt von der Messe München zum Münchener Flughafen hatte.

Kurzer Rückblick: Erst verfuhr sich der Münchener Taxifahrer, dann blieb er wegen fehlenden Sprits auf der Autobahn liegen, schließlich stoppte das herbeigerufene Ersatztaxi nicht auf der Standspur, sondern auf der rechten Fahrspur, was fast zu einem Unfall geführt hätte.

Vorfall löst in München lebhafte Diskussion aus

Nachdem unsere Zeitung über den Vorfall berichtet hatte, wurde Lewe nach eigenen Angaben tagelang auf den Vorfall angesprochen. Damit nicht genug: Auch die Süddeutsche Zeitung griff das Thema auf und löste bei Münchenern eine lebhafte Diskussion aus.

So klagte ein User im Internet: „Unser Taxler hat sich auf dem Weg zur Entbindungsstation verfahren.“ Ein anderer übte sich in Galgenhumor: „Warum soll es immer nur die Bahnfahrer treffen?“

„Es hapert offenbar an der Ortskunde“

Auch das Portal „Taxi-Heute“ ging auf die Ereignisse ein und forderte eine „Nachschulung“ der Kollegen. Auch mit der Ortskunde hapere es ganz offenbar, „denn von der Münchener Messe zum Flughafen sollte man eigentlich gar nicht erst auf die Autobahn fahren“.

Nun wäre es etwas vermessen zu behaupten, Lewes Fall habe es gar in den Münchener Stadtrat geschafft. Zumindest wurde dort aber jüngst darüber diskutiert, ob es nicht sinnvoll wäre, die Zahl der vorhandenen Taxilizenzen von 3500 auf 3000 zu senken.

Der Grund: Wegen des Überangebots bewegen sich viele Taxiunternehmen am Rande der Wirtschaftlichkeit und beschäftigen nicht qualifiziertes, ortsunkundiges Personal.

Keine „Strafaktion“ gegen Taxifahrer

Bleibt nachzutragen, dass es keine „Strafaktion“ gegen die beiden Taxifahrer geben wird, die den Schlamassel ausgelöst haben. Denn dafür müssten die münsterischen Taxigäste – neben Lewe saßen zwei weitere Münsteraner – die Quittungen zur Taxi-Zentrale nach München schicken, damit diese die Fahrer ermitteln kann.

Doch wie zu hören ist, bleiben die Belege in Münster. Vermutlich als Souvenir.

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