Schausteller feilen an neuer Struktur
Herbst-Send dauert erstmals neun Tage

Münster -

Die Schausteller beginnen an diesem Wochenende mit dem Aufbau auf dem Schlossplatz: Der am 26. Oktober (Samstag) startende Herbst-Send wird erstmals ein XXL-Send mit neuntägiger Dauer wie im Frühjahr sein. „Wir wollen in diesem und im nächsten Jahr testen, wie sich ein verlängerter Herbst-Send auswirkt. Die Schausteller hatten das vorgeschlagen, um dann ab 2015 den passenden Rhythmus zu finden“, sagt Wolfgang Heuer, der zuständige Dezernent bei der Stadt.

Samstag, 19.10.2013, 10:10 Uhr

 
  Foto: Lisa Stetzkamp

Neun Tage im Frühjahr, fünf Tage im Sommer, neun Tage im Herbst – 23 Tage Send insgesamt: In Münster gibt es in diesem Jahr so viel Budenzauber wie noch nie. Schausteller und Stadt feilen an einer neuen Struktur für das größte Volksfest des Münsterlandes. Doch wie viel Send verträgt die Stadt? Das wollten Verwaltung und Schausteller in einer Umfrage durch die Fachhochschule klären. Die Ergebnisse werden noch in diesem Jahr der Politik vorgestellt. Fazit: Der Send in seiner bisherigen Form – also ohne neun Tage im Herbst – gefällt und hat eine hohe Qualität.

Sommer-Send weicht WM

Der Sommer-Send wird 2014 vom Juni auf den 17. bis 21. Juli verlegt. Grund ist die Fußball-WM in Brasilien, die viele Fans vor den Fernsehern binden wird. Die Schausteller befürchten geringere Einnahmen und stellten deshalb den Antrag bei der Stadt, den Send hinter die WM zu verlegen. „Für uns ist das ein doppelter Test, weil in der Zeit die Sommerferien sind“, sagt Fritz Heitmann, Vorsitzender des Schaustellerverbandes.

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500 Frauen und Männer im Stadtgebiet sind nach Änderungsbedarf und Kritikpunkten befragt worden. „Sie beurteilen den Send insgesamt sehr positiv. Der Änderungswunsch ist nicht gravierend“, fasst Heuer zusammen. Gleichwohl wünscht sich eine Mehrheit der Befragten mehr Fahrgeschäfte und eine Reduzierung der Verkaufsstände. Die Qualität der Fahrgeschäfte und des Speiseangebots sei insgesamt gut. Auch die Dauer des Sends in der Konstellation bei der Umfrage (also mit 19 Tagen insgesamt, ohne Verlängerung des Herbst-Sends) habe eine hohe Akzeptanz. „Die Bürger tendieren offensichtlich nicht zu einem deutlich verlängerten Send“, leitet Heuer aus der Studie ab.

Insgesamt seien die Münsteraner erkennbar zufrieden mit dem Volksfest. „Der Send hat einen hohen Stellenwert und eine hohe Akzeptanz. Das bestätigt die Arbeit der Schausteller, aber auch die Linie der Stadt“, fasst Heuer zusammen.

Mit der Studie im Rücken dürften es die Überlegungen schwer haben, den fünftägigen Sommer-Send grundlegend zu verändern. Einige Schausteller hatten angeregt, dabei künftig auf große Karussells zu verzichten, weil sich der Aufbau für wenige Tage kaum rechne, und den Sommer-Send in Richtung Volksfest unter anderem mit großem Bierzelt zu entwickeln. „Ein Festzelt trägt die Studie sicher nicht. Wir sind aber offen, über Änderungen mit den Schaustellern im Detail nachzudenken“, sagt Heuer. 

Drei Fragen an: Fritz Heitmann , Vorsitzender der Schaustellerverbandes

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Wie beurteilen Sie die Umfrageergebnisse?

Fritz Heitmann: Die Umfrage zeigt, dass die Münsteraner mit ihrem Send und seinem Standort zufrieden sind. Sie zeigt auch, wann die Besucher bevorzugt zum Send gehen – nämlich am Wochenende. Dieses Angebot wollen wir ausweiten.

Der Herbst-Send wird in diesem Jahr auf neun Tage verlängert.

Heitmann: Wir haben die Verlängerung beantragt, weil wir mit den neun Tagen im Frühjahr gute Erfahrungen machen. Der Publikumszuspruch ist bei zwei Wochenenden einfach größer. In der Woche haben die Familien in Zeiten des Ganztagsunterrichts kaum noch Zeit.

Sind mit der Umfrage die Pläne vom Tisch, den Sommer-Send komplett umzumodeln?

Heitmann: Der Sommer-Send trägt sich schon. Unser Problem ist, dass er alle zwei Jahre in eine Fußball-Weltmeisterschaft oder -Europameisterschaft fällt. Deshalb wird er 2014 in den Juli verlegt.

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