Spezial-Training für Parkinson-Patienten
Große Bewegungen für mehr Lebensqualität

münster -

Die Big-Therapie ist eine neue Behandlungsform, von der Parkinson-Patienten besonders profitieren sollen.

Mittwoch, 09.10.2013, 04:10 Uhr

Große Bewegungen stehen auf dem Trainingsplan der Big-Therapie für Parkinson-Patienten – überzeugt von dem Programm sind (v.l.) Mirela Koza, Juliane Wolter, Dr. Tobias Warnecke, Marlies Hackenesch, Dr. Kerstin Teetz und Jennifer Heithoff.
Große Bewegungen stehen auf dem Trainingsplan der Big-Therapie für Parkinson-Patienten – überzeugt von dem Programm sind (v.l.) Mirela Koza, Juliane Wolter, Dr. Tobias Warnecke, Marlies Hackenesch, Dr. Kerstin Teetz und Jennifer Heithoff. Foto: Oliver Werner

Zittern, Gleichgewichtsstörungen , Steifigkeit , Probleme beim Gehen – Parkinson hat viele Gesichter. Etwa 250 000 bis 300 000 Menschen in Deutschland sind betroffen, jährlich werden rund 12 500 Neuerkrankungen diagnostiziert. Hoffnungsschimmer für viele Patienten: „Es ist die neurologische Erkrankung, die wir am besten behandeln können“, erläutert Privatdozent Dr. Tobias Warnecke . Parkinson entstehe durch Dopaminmangel: „Und dem können wir durch Medikamente entgegentreten“, berichtet der Oberarzt der Klinik für Allgemeine Neurologie am Universitätsklinikum Münster . Und es gibt noch eine zweite, mindestens ebenso wichtige Botschaft: „Eine ganz spezifische, auf Parkinson-Probleme abgestimmte Bewegungstherapie führt zu deutlicher Verbesserung.“

Das erleben zurzeit Patienten im UKM und im Zentrum für ambulante Rehabilitation (ZaR). „Big-Therapie“ lautet der Schlüssel zu besserer Beweglichkeit, Koordination und Muskelbeherrschung. „Übergroße Bewegungen werden trainiert“, informiert Dr. Kirsten Teetz über das neue Konzept, das in verschiedenen Studien seine Wirksamkeit bewiesen habe. Der Ärztlichen Leiterin der Neurologie am ZaR liegt die Botschaft am Herzen, dass besonders schon in einem Frühstadium der Erkrankung intensive und regelmäßige Bewegung enorme Verbesserungen für den Alltag der Patienten bringe. „Sie werden durch die Erkrankung enger und kleiner in ihren Bewegungen. Mit der Big-Therapie wird genau das Gegenteil trainiert.“ Also Gehen und Greifen in ausholenden Bewegungen sei da ein gutes Beispiel. Speziell geschulte Physiotherapeutinnen wie Jennifer Heithoff und Juliane Wolter im ZaR sowie Mirela Koza im Universitätsklinikum stimmen das Programm auf die Patienten ab.

Marlies Hackenesch weiß, wie gut das Training tut. Sie ist Ansprechpartnerin für die Regionalgruppe Münster der Deutschen Parkinson-Vereinigung und selbst seit vier Jahren betroffen. „Diese Übungen verbessern die Lebensqualität, auch die Haltung und die Beweglichkeit.“ Man könne sehr gezielt Übungen erlernen, die jedem individuell helfen, seine Probleme im Alltag besser zu bewältigen. „Zum Beispiel Geld aus dem Portemonnaie nehmen oder ein Tablett tragen kann Parkinson-Kranken schon sehr große Schwierigkeiten bereiten“, nennt sie Beispiele.

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