Auto-Brände
„König von Gievenbeck“ soll einer der Brandstifter sein

Münster -

Bei einem der mutmaßlichen Brandstifter, die nach dem Feuer in der Hermannstraße in der Nacht zu Allerheiligen festgenommen wurden, handelt es sich um einen Serienstraftäter: Der 28-Jährige Samer S. erhielt als selbst ernannter „König von Gievenbeck“ zweifelhafte Bekanntheit.

Freitag, 08.11.2013, 12:11 Uhr

Als „König von Gievenbeck“ gelangte Samer S. (M.) – hier ein Archivfoto, das vor zwei Jahren am Verwaltungsgericht aufgenommen wurde – zu zweifelhafter Berühmtheit.
In dieser offenen Garage unter einem Mehrfamilienhaus an der Hermannstraße wurde in der Nacht zu Allerheiligen Feuer gelegt. Der selbst ernannte „König von Gievenbeck“ soll hierfür mitverantwortlich gewesen sein. Foto: Markus Lehmann

Die Polizei hatte die zwei Tatverdächtigen nach dem Feuer in einer Garage eines Mehrfamilienhauses in Tatortnähe festgenommen. Die 28 und 31 Jahre alten Männer, die beide die Aussage verweigern, wurden am vergangenen Sonntag dem Richter vorgeführt. Sie sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Auf Anfrage bestätigte Oberstaatsanwalt Heribert Beck , dass es sich bei einem der beiden Festgenommenen um Samer S. handelt. Der Jordanier wurde in Wuppertal geboren, aufgewachsen ist er in Münster.

Der mittlerweile 28-Jährige war immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten: Als Jugendlicher wurde er, nachdem er seinen Lehrer angegriffen hatte, von der Hauptschule verwiesen. Eine Berufsausbildung absolvierte er nicht, stattdessen geriet er zunehmend auf die schiefe Bahn und begann mit dem Konsum von Drogen. 2009 wurde er zu einer Haftstrafe verurteilt, nachdem er ein Kilo Marihuana bestellt hatte, um es nach Überzeugung des Landgerichts anschließend weiterzuverkaufen. Nachdem die Jugendgerichtshilfe bereits 2005 „keinerlei Möglichkeiten“ gesehen hatte, Samer S. erzieherisch zu erreichen, stellt er nach Einschätzung des Verwaltungsgerichts Münster spätestens seit dem Drogenhandel „eine Gefahr für die Gesellschaft“ dar.

Im Juli 2011 hatte das Verwaltungsgericht Münster die Klage von Samer S. gegen die drohende Abschiebung nach Jordanien abgewiesen. Der selbst ernannte „König von Gievenbeck“ müsse damit Deutschland verlassen, sobald er eine 15-monatige Haftstrafe abgesessen hat und im Besitz eines jordanischen Passes ist. Seine Haftstrafe hatte er im Frühjahr 2012 abgesessen. Einen Pass hat er noch immer nicht. Sein Heimatland stellt ihm keinen aus. Wann und ob Samer S. überhaupt abgeschoben werden kann, steht damit in den Sternen.

Brandstiftung in der Tiefgarage Hermannstraße

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    Foto: Matthias Ahlke
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Samer S. war nach Einschätzung des Verwaltungsgerichts seit seiner Jugend „tief in illegale und kriminelle Machenschaften“ verwickelt. Er sei nie in die deutsche Gesellschaft integriert gewesen. Der gebürtige Wuppertaler hatte hingegen immer wieder betont, dass eine Abschiebung nach Jordanien eine nicht zumutbare „Härte“ darstelle, da er überhaupt keine Bezüge zu dem Land habe. Diese Einschätzung wies das Verwaltungsgericht, das ihn als „Gefahr für die Gesellschaft“ einstufte, damals zurück.

Auch der Bruder von Samer S. ist bei der Polizei kein Unbekannter: Am 4. November 2011 hatte der damals 26-Jährige Sofian S. alkoholisiert und mit überhöhter Geschwindigkeit in Roxel einen schweren Unfall verursacht. Eine 43-jährige Mutter von drei Kindern verlor dabei ihr Leben. Im Juni 2012 verurteilte ihn das Amtsgericht Münster deswegen zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und elf Monaten.

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