Europameister im Stadt-Land-Fluss-Quiz
Wandelndes Lexikon: Bibliothekar der Stadtbücherei gewinnt bei Kai Pflaume

Münster -

Der Pokal, den Klaus Otto Nagorsnik am Samstag aus dem Finale der TV-Show von Kai Pflaume mit nach Münster gebracht hat, ist groß. Riesig ist aber auch das Wissen des langjährigen Bibliothekars der Stadtbücherei Münster. Quiz-Wettbewerbe sind seit Jahrzehnten seine Leidenschaft.

Dienstag, 05.11.2013, 10:11 Uhr

Klaus Otto Nagorsnik mit seinem Pokal, den er am Samstag in der TV-Show von Kai Pflaume gewonnen hat.
Klaus Otto Nagorsnik mit seinem Pokal, den er am Samstag in der TV-Show von Kai Pflaume gewonnen hat. Foto: Matthias Ahlke

Deutscher Meister und Europameister: Zwei Titelgewinne innerhalb von zehn Tagen, das ist schon ein Rekord an sich. Den neuen Meister kennen viele Münsteraner von Besuchen in der Stadtbücherei . Klaus Otto Nagorsnik, seit annähernd 30 Jahren dort Bibliothekar, ist spätestens seit Samstag einem Millionenpublikum als buchstäblich wandelndes Lexikon bekannt. In Kai Pflaumes Finalshow „Die deutschen Meister“ war Klaus Otto Nagorsnik einer der Sieger.

Er darf sich jetzt Europameister“ im Stadt-Land-Fluss-Quiz nennen. Klaus Otto Nagorsnik am Montag bereits wieder samt Pokal an seinem Arbeitsplatz anzutreffen, ist ein bisschen amüsiert: „Europameister ist etwas viel gesagt“. Schließlich musste er in den Shows am 24. Oktober und am 2. November nur gegen zwei Gegner antreten. Die aber sind ausgewiesene Rate-Füchse. Den Gegner der ersten Show kannte Nagorsnik von anderen Wettbewerben – und rechnete sich selbst keine großen Chancen aus, wie er sagt.

Sein Kontrahent aus Österreich am Samstag ist aktiv im Verein „Mensa“, zu dem nur Menschen mit außergewöhnlich hohem Intelligenzquotienten Zugang haben.

Um die Wette rätseln oder „quizzen“, wie Klaus Otto Nagorsnik sagt, das ist für den 58-Jährigen, der in Billerbeck lebt, sich aber als Münsteraner fühlt, Routine. Alle paar Tage macht er bei Kneipen-Quizveranstaltungen mit. Als Mitglied im Deutschen Quizverein war er 2012 und 2013 bei der von der Organisation ausgerichteten Weltmeisterschaft erfolgreich.

Der Verein, so vermutet er, hat ihn wohl für die Show empfohlen. „Im September bekam ich einen Anruf vom Team der Show, ob ich mitmachen wollte“, erzählt Nagorsnik. Jetzt weiß er zu all den anderen Dingen in seinem Kopf auch noch, wie hell das Rampenlicht ist. Lampenfieber stellte sich trotzdem nicht ein: „Ich habe die Auftritte einfach genossen, viele nette Leute kennengelernt“, erzählt der „Stadt-Land-Fluss-Europameister“ von der Show, bei der Meister in möglichst verrückten Disziplinen gekürt wurden.

Für ihn reichte es, sich für die 90 Sekunden des Wettkampfs voll zu konzentrieren. Gefragt waren Hauptstädte von UN-Mitgliedsstaaten, über 1000-Kilometer lange Flüsse, Länder mit Linksverkehr, europäische Regierungschefs oder Bäume und Vögel, die schon einmal Baum oder Vogel des Jahres waren. Wie einer das alles wissen soll? „Man braucht eine ganz gute Allgemeinbildung“, erklärt Nagorsnik, der schon als Kind, gern Rätsel gelöst hat. Seit etwa 20 Jahren macht er bei Quizspielen mit, im Fernsehen ist er jetzt aber zum ersten Mal aufgetreten.

5000 Euro hat er gewonnen – verglichen mit den Beträgen bei Günter Jauchs „Wer wird Millionär“ eher die berühmten „Peanuts“. Jauchs Quiz reizt Nagorsnik, der Wettkämpfe liebt, aber wenig: „Das erinnert eher an eine mündliche Abiturprüfung“.

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