„Kleine Schwestern vom Lamm“
Andacht in der guten Stube

Münster -

Sie sind in Münster angekommen. Wo einst der verstorbene Altbischof Reinhard Lettmann wohnte, sind sieben Ordensfrauen eingezogen. Schlicht und einfach sind sie eingerichtet, die „Kleinen Schwestern vom Lamm“, die in Armut leben und Gott und dem Nächsten eng verbunden sind.

Mittwoch, 06.11.2013, 11:11 Uhr

Aus dem Wohnzimmer des verstorbenen Altbischofs Reinhard Lettmann ist eine Kapelle geworden, in der gebetet und gesungen wird. Die „Kleinen Schwestern vom Lamm“ passen ihr Leben dem Rhythmus des Gebetes an.
Aus dem Wohnzimmer des verstorbenen Altbischofs Reinhard Lettmann ist eine Kapelle geworden, in der gebetet und gesungen wird. Die „Kleinen Schwestern vom Lamm“ passen ihr Leben dem Rhythmus des Gebetes an. Foto: Oliver Werner

Sie sind arm und doch reich. Reich an Gottes Gnade und Liebe in ihren Herzen. Wo einst der verstorbene und bei den Menschen beliebte Hirte, Altbischof Reinhard Lettmann , nach seiner Emeritierung wohnte, leben und beten jetzt sieben „Kleine Schwestern vom Lamm“. Alma, Marie-Lise, Anne-Marie, Anna, Marie-Estelle, Félicité und Héloïse heißen die Ordensfrauen , die nicht in geheimer Mission in Münster sind, sondern von Gottes Barmherzigkeit auf den Straßen und in Häusern verkünden. Und dabei machen sie sich klein und arm. Bettelarm. Sie strecken Menschen ihre Hand aus, um zu empfangen und um den Schatz ihres Glaubens auch Kirchenfernen zu schenken.

150 Kleine Schwestern

Die Gemeinschaft vom Lamm befindet sich in Frankreich, Spanien, Italien, Österreich, Deutschland, Polen, den Vereinigten Staaten, Argentinien und Chile. Die Gemeinschaft vom Lamm wurde am 6. Februar 1983 von Erzbischof Jean Chabbert, Bischof von Perpignan, als „ein neu entstehender Zweig am Baum des Predigerordens“ errichtet. Am 16. Juli 1983 wurde sie vom Ordensmeister, Bruder Vincent de Couesnongle OP, als „zur Familie des Heiligen Dominikus angehörend“ anerkannt. Weltweit wirken heute mehr als 150 Kleine Schwestern und 30 Kleine Brüder. Seit 1996 ist Christoph Kardinal Schönborn, Erzbischof von Wien, der verantwortliche Bischof der Gemeinschaft.

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Die „Kleinen Schwestern vom Lamm“ haben aus dem früheren Wohnzimmer der Bischofsunterkunft am Überwasserkirchplatz 6 eine Kapelle gemacht, in der dienstags bis freitags um 18.30 Uhr Eucharistie gefeiert wird, zu der alle Interessierten eingeladen sind. Sieben selbstgezimmerte Hocker mit den Namen der Schwestern stehen vor dem Altar.

Schlicht ist die Einrichtung in der Bischofsunterkunft gegenüber der Überwasserkirche. Holz könnten die Schwestern noch gebrauchen für das ein oder andere Möbelstück.

„Es ist wunderbar, wie offen uns die Diözese empfangen hat“, sagt Alma, die verantwortliche Schwester im Konvent, in dem Schwestern aus Frankreich und aus Österreich leben. Bischof Lettmann haben sie in Rom kennengelernt, dessen Bestreben es war, die „Kleinen Schwestern vom Lamm“, die seit sechs Jahren auch in Kevelaer wirken, nach Münster zu holen. Nun bereichern die Schwestern im Alter von 25 bis 44 Jahren die Domstadt.

Leuchtende Augen, strahlendes Lächeln, auf Anhieb sympathisch, allen Menschen verbunden und mit Gottvertrauen gesegnet – wer bei den „Kleinen Schwestern vom Lamm“ anklopft, dem wird aufgetan. Und der wird von diesem Bettelorden, der von der dominikanischen und franziskanischen Spiritualität getragen wird, mit einem „Grüß Gott“ willkommen geheißen. Ihr Habit ist von blauer Farbe, genauso wie der Schleier. Aus Holz ist der lange Rosenkranz, mit dem sie sich umgurten. Das Lamm Gottes, aus Holz geschnitzt, tragen sie als Anhänger um ihren Hals.

Sie sind begeistert von Papst Franziskus, der der Ordensgemeinschaft verbunden ist. Der Heilige Vater hat sie nach seiner Wahl persönlich empfangen. „Und jedem von uns die Hand gereicht“, freuen sich Alma und ihre Mitschwestern, die dankbar sind für alle guten Gaben.

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