Künstliche Kniegelenke: Weniger OPs als im Bundesdurchschnitt
In Münster wird nicht zu viel operiert

Münster -

In Münster werden weniger Knieoperationen durchgeführt als im bundesweiten Durchschnitt. Knapp 114 Patienten pro 100 000 Einwohner erhielten im Jahr 2011 erstmals ein künstliches Kniegelenk. Dies geht aus dem jetzt veröffentlichten „Faktencheck Gesundheit“ hervor.

Sonntag, 10.11.2013, 19:11 Uhr

Prof. Georg Gosheger: In Münster wird nicht zu viel operiert.
Prof. Georg Gosheger: In Münster wird nicht zu viel operiert. Foto: UKM

Der Durchschnitt in Deutschland liegt bei rund 130 Eingriffen, in Nordrhein-Westfalen sind es knapp 119 Operationen pro 100 000 Einwohner. „Wir widerlegen damit die oftmals pauschalisierte Aussage, dass zu viel oder zu frühzeitig operiert wird“, sagt Prof. Dr. Georg Gosheger , Direktor der Klinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie am Universitätsklinikum Münster (UKM). „Die Orthopäden in Münster wägen genau ab, ob eine konservative Therapie durch physikalische Maßnahmen und eine medikamentöse Therapie zielführend oder der Einsatz eines Kniegelenks notwendig ist.“

In Kreisen mit mehr Geld und besserer Bildung bekommen Patienten nach dem „ Faktencheck Gesundheit“ dreimal so häufig ein neues Kniegelenk wie in sozial schwächeren Gegenden. Die Orthopäden in Münster wägten genau ab, ob eine konservative Therapie durch physikalische Maßnahmen und eine medikamentöse Therapie zielführend oder der Einsatz eines Kniegelenks notwendig ist, heißt es in einer Pressemitteilung des Uniklinikums.

Autoren des von der Bertelsmann-Stiftung getragenen Faktenchecks Gesundheit sind unabhängige Fachleute der Medizin und Geografie aus dem gesamten Bundesgebiet. Unterschiedliche Altersstrukturen in den Kreisen wurden rechnerisch ausgeglichen.

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