Tragödie auf den Philippinen
Taifun „Haiyan“ zieht Schneise der Verwüstung / Tausende Tote befürchtet / Hundertausende obdachlos

manila -

Einer der gewaltigsten Taifune hat Millionen Menschen auf den Philippinen in Not und Verzweiflung gestürzt. Auch zwei Tage nachdem „Haiyan“ eine Schneise der Verwüstung gezogen hat, konnte die Zahl der Toten nur geschätzt werden – auf mehrere Tausend. Zerstörte Flughäfen, Häfen und Straßen behinderten die Hilfe. Die Bilder der Katastrophe erinnern an den Tsunami 2004. Hunderttausende Menschen standen am Sonntag in Trümmerwüsten. Viele plünderten in der zerstörten Stadt Tacloban Geschäfte. In Deutschland machten sich erste Hilfsteams auf den Weg.

Dienstag, 12.11.2013, 09:11 Uhr

Völlig verwüstet wurden weite Teile der Stadt Tacloban, die der Supertaifun „Haiyan“ mit voller Wucht traf und zerstörte.
Völlig verwüstet wurden weite Teile der Stadt Tacloban, die der Supertaifun „Haiyan“ mit voller Wucht traf und zerstörte. Foto: dpa

Die philippinischen Behörden fürchteten Tausende Tote. Der Polizeichef in Tacloban nannte 10 000 Todesopfer, aber die Regierung wollte das nicht bestätigen. „Die Zahlen sind alarmierend“ sagte Präsident Benigno Aquino . „Unsere Priorität sind aber die Überlebenden.“ Nach Angaben der Regierung brauchen 4,3 Millionen Menschen Hilfe. 800 000 waren geflüchtet, viele von ihnen dürften ihr Hab und Gut verloren haben. 330 000 harrten in Notunterkünften aus.

Die Katastrophenhelfer stehen vor einer gigantischen Aufgabe: Flughäfen sind zerstört, Hafenanlagen beschädigt, Straßen verschüttet oder mit entwurzelten Bäumen übersät. Kilometerlange Trümmerwüsten machen die Verteilung der Hilfsgüter zu einem logistischen Albtraum. Hunderttausende Menschen warten dringend auf Hilfe. Abgelegene Ortschaften sind noch von der Außenwelt abgeschnitten.

In Tacloban mit 220 000 Einwohnern hatte der Taifun am Freitag eine meterhohe Sturmflut verursacht, die riesige Frachtschiffe Hunderte Meter weit ins Land spülte. Das Hochwasser riss alles mit: Hütten, Container, Ölkanister, Autos , Dächer, Häuserwände. Tausende Menschen suchen nun verzweifelt nach Familienmitgliedern.

 

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