Demo gegen Wohnungsnot und Mietenwahnsinn
Forderung nach mehr bezahlbarem Wohnraum

Münster - Rund 250 Menschen demonstrierten am Samstag in Münster gegen Wohnungsnot und Mietenwahnsinn, zwischen Hafen, Bremer Platz, Klostergärten und Stubengasse. Es blieb friedlich und kam vereinzelt zu Verkehrsbeeinträchtigungen.

Samstag, 30.11.2013, 18:11 Uhr

„Wir wollen eine an den Bedürfnissen der Menschen orientierte Stadtpolitik und bezahlbaren Wohnraum für alle“ riefen rund 250 Menschen bei der ersten „Demo gegen Wohnungsnot und Mietenwahnsinn“ am Samstag in Münster. 
„Wir wollen eine an den Bedürfnissen der Menschen orientierte Stadtpolitik und bezahlbaren Wohnraum für alle“ riefen rund 250 Menschen bei der ersten „Demo gegen Wohnungsnot und Mietenwahnsinn“ am Samstag in Münster.  Foto: Peter Sauer

Von Peter Sauer

Bislang diskutierten sie nur auf öffentlichen Gesprächsabenden oder in den sozialen Netzwerken. Mit ihrer ersten Demo machte das Bündnis gegen Wohnungsnot und Mietenwahnsinn am Samstag den Sprung in die große Öffentlichkeit.

Rund 250 Menschen, die Veranstalter hatten mehr als 300 erwartet, beteiligten sich an der Demo vom Hafen über Bremerplatz und Hörsterplatz bis zur Stubengasse . Sie forderten lautstark mit Punkmusik, Megafonen, Sprechchören und Transparenten ihr Recht auf bezahlbaren Wohnraum ein. Vor der Bürohaus der LEG hingen Demonstranten einzelne Plakat-Botschaften auf und riefen nach mehr Sozialwohnungen in Münster .

Forderung nach mehr bezahlbarem Wohnraum

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  • Wir wollen eine an den Bedürfnissen der Menschen orientierte Stadtpolitik und bezahlbaren Wohnraum für alle“ riefen rund 250 Menschen bei der ersten „Demo gegen Wohnungsnot und Mietenwahnsinn“ am Samstag in Münster.

    Foto: Peter Sauer
  • Wir wollen eine an den Bedürfnissen der Menschen orientierte Stadtpolitik und bezahlbaren Wohnraum für alle“ riefen rund 250 Menschen bei der ersten „Demo gegen Wohnungsnot und Mietenwahnsinn“ am Samstag in Münster.

    Foto: Peter Sauer
  • Wir wollen eine an den Bedürfnissen der Menschen orientierte Stadtpolitik und bezahlbaren Wohnraum für alle“ riefen rund 250 Menschen bei der ersten „Demo gegen Wohnungsnot und Mietenwahnsinn“ am Samstag in Münster.

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  • Wir wollen eine an den Bedürfnissen der Menschen orientierte Stadtpolitik und bezahlbaren Wohnraum für alle“ riefen rund 250 Menschen bei der ersten „Demo gegen Wohnungsnot und Mietenwahnsinn“ am Samstag in Münster.

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  • "Wir wollen eine an den Bedürfnissen der Menschen orientierte Stadtpolitik und bezahlbaren Wohnraum für alle", riefen rund 250 Menschen bei der ersten "Demo gegen Wohnungsnot und Mietenwahnsinn" am Samstag in Münster.

    Foto: Peter Sauer
  • Vor den hochpreisigen Wohnanlage "Klostergärten" hielt die Demo eine Kundgebung ab. Bündnis-Aktivist Benjamin Körner kritisierte die Errichtung der Wohnanlage als "politische Fehlentscheidung".

    Foto: Peter Sauer
  • Vor den hochpreisigen Wohnanlage "Klostergärten" hielt die Demo eine Kundgebung ab. Bündnis-Aktivist Benjamin Körner kritisierte die Errichtung der Wohnanlage als "politische Fehlentscheidung".

    Foto: Peter Sauer
  • Vor den hochpreisigen Wohnanlage "Klostergärten" hielt die Demo eine Kundgebung ab. Bündnis-Aktivist Benjamin Körner kritisierte die Errichtung der Wohnanlage als "politische Fehlentscheidung".

    Foto: Peter Sauer
  • "Wir wollen eine an den Bedürfnissen der Menschen orientierte Stadtpolitik und bezahlbaren Wohnraum für alle", riefen rund 250 Menschen bei der ersten "Demo gegen Wohnungsnot und Mietenwahnsinn" am Samstag in Münster.

    Foto: Peter Sauer

Mittendrin der 39-jährige Carsten. Seit Monaten sucht er nach einer bezahlbaren Bleibe für sich und seinen Hund. „Ich kann mich nicht auf Dauer immer wieder bei meinen Freunden über Nacht einquartieren.“ Der 19-jährige Malte pflichtet ihm bei. „Als Auszubildender finde ich kein freies Zimmer, pendele immer zwischen meinem Elternhaus und meinem Ausbildungsbetrieb hin und her. Jeden Tag rund 40 Kilometer. Das nervt.“

Mittlerweile ist der Protestzug an den hochpreisigen „Klostergärten“ angekommen. „Hier hat die Politik versagt“ ruft Bündnis-Aktivist Benjamin Körner in die Menge, „überteuerter Wohnraum für Reiche, der zum Teil auch noch leer steht.“ Lauter Applaus und „Besetzen, Besetzen“-Sprechhöre. Es geht dem Bündnis aus Fachhochschul-AStA, Attac Münster, DGB Jugend Münsterland, Die Linke.SDS, IG BAU Münster-Rheine, Occupy Münster und ver.di Jugend Münsterland vor allem um die Rücknahme der Grundsteuer-B-Anhebung, da diese auf die Nebenkosten aufgeschlagen wird, den jährlichen Bau von 500 neuen kommunalen Sozialwohnungen, die Umwidmung des Gewinns der Wohn+Stadtbau für den Bau von Sozialwohnungen, sowie um eine nachhaltige Förderung genossenschaftlicher und selbstverwalteter Wohnprojekte in Münster.

Bei der Abschlusskundgebung auf der Stubengasse rief Michael Bieber von der Bürgerinitiative „Wohnen in Münster“, Politik und Wohnwirtschaft in Münster zu einem raschen Umdenken auf – zugunsten eines nachhaltig bezahlbaren Wohnraumes gerade für Menschen mit einem durchschnittlichen oder geringen Einkommen. Mit einem Plus von 9,7 Prozent innerhalb von drei Jahren (2009 bis 2011) habe Münster die landesweit höchsten Mietpreissteigerungen erlebt, ergänzte Benjamin Körner.

Eine Anwohnerin der Staufenstraße teilte ihre Sorge mit, das sich in Münster der Trend durchsetze, Mietwohnungen in überteuerte Eigentumswohnungen umzuwandeln. Die mehrstündige Demonstration sorgte zwar für temporäre Verkehrsbeeinträchtigungen, blieb aber aus Sicht der Polizei sehr friedlich. Viele Samstagseinkäufer und Touristen hörten interessiert zu. Auch Familie Deventer aus Borken unterbrach ihre Weihnachtseinkäufe: „Wir finden die Aktion wichtig, da unsere Söhne bald auch in Münster studieren wollen und wir nicht Krösus sind.“

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