Martje Salje zieht in die Turmstube von St. Lamberti ein
Münster bekommt erstmals eine Türmerin

Münster -

Münster bekommt erstmals eine Frau als Türmerin. Martje Salje zieht im Januar in die Turmstube von St. Lamberti ein. Sie ist 33 Jahre alt und kommt aus Oldenburg. Dies teilte heute Mittag die Stadtverwaltung mit.

Mittwoch, 04.12.2013, 12:12 Uhr

Martje Salje ist die neue Türmerin von St. Lamberti.
Martje Salje ist die neue Türmerin von St. Lamberti. Foto: Oliver Werner

Die 298 Stufen bis zur Kirchturmspitze erklimmt die junge Frau mit Leichtigkeit. Und alle halbe Stunde zwischen 20.30 Uhr und Mitternacht ins Kupferhorn zu blasen, ist für Martje Salje auch kein Problem – schließlich ist die 33-Jährige studierte Musikerin. Münster hat einen neuen Türmer, nein, richtig muss es heißen: eine Türmerin. Denn zum ersten Mal übernimmt mit Martje Salje eine Frau den Job auf dem Lamberti-Kirchturm. Zum Jahreswechsel beerbt sie Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht.

Salje ist zwar keine waschechte Münsteranerin, die 33-Jährige aus Oldenburg ist jedoch durch familiäre Bande mit der Stadt verknüpft und war schon oftmals hier, erzählt sie. Ihre Kenntnisse in Sachen Stadtgeschichte können sich sehen lassen, hat die neue Türmerin doch nicht nur Musik, sondern auch Geschichte studiert – und diese lebendig zu vermitteln, sei ihr ein großes Anliegen.

40 Männer und sechs Frauen hatten sich auf den Posten beworben, den die Stadt deutschlandweit ausgeschrieben hatte, neun Bewerber wurden zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Mittlerweile war Salje schon an ihrem neuen Arbeitsplatz. Sie weiß demnach, was auf sie zukommt, und schwärmt bereits von der „weltbesten Aussicht“, die sie von dort oben habe. Neben dem Job als Türmerin, der ihre Abende füllt, will sie in Münster als Musikdozentin arbeiten.

Die Einsamkeit in der Turmstube schreckt Martje Salje nicht ab – im Gegenteil. „Ich bin gern allein, lese viel und mache mir Gedanken über den Sinn des Lebens. Das kann man sicher sehr gut, wenn man über den Dingen steht.“

Bei allem Philosophieren will die neue Türmerin ihre eigentlichen Aufgaben natürlich nicht vernachlässigen: Sie hält Wache hoch oben über der Stadt und meldet es sofort der Feuerwehr oder Polizei, wenn es brennt oder sich ungewöhnliche Dinge tun. Nur am Dienstag nicht – denn das ist Martje Saljes freier Tag.

Münster bekommt erstmals eine Türmerin

1/22
  • Martje Salje ist Münsters erste Türmerin: Erstmals urkundlich erwähnt wurde die heutige Touristenattraktion im Jahr 1379.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Arbeitsplatz von Martje Salje im Turm der Lamberti-Kirche liegt 298 Stufen über dem Prinzipalmarkt.

    Foto: Oliver Werner
  • Wolfram Schulze geht nach 20 Dienstjahren Ende dieses Jahres in den Ruhestand.

    Foto: Oliver Werner
  • Die 33-jährige Martje Salje ist die erste Türmerin von St. Lamberti. Nach Angaben der Stadt Münster hat die Oldenburgerin in Deutschland noch zwei weibliche Kolleginnen: in Bad Wimpfen (Landkreis Heilbronnn) und in Lübben im Spreewald.

    Foto: Oliver Werner
  • „Das ist da oben der beste Ausblick der Welt“, sagte Martje Salje, die neue Türmerin von St. Lamberti, bei ihrer Vorstellung über ihren neuen Arbeitsplatz.

    Foto: Oliver Werner
  • Martje Salje übernimmt das Türmeramt von Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht.

    Foto: Oliver Werner
  • Mit dem täglichen Aufstieg wird die sportliche Martje Salje, hier neben ihrem Vorgänger Wolfram Schulze, keine Probleme haben: In ihrer Freizeit läuft die Musikdozentin Marathon.

    Foto: Oliver Werner
  • „Das ist da oben der beste Ausblick der Welt“, sagte Martje Salje bei ihrer Vorstellung über ihren neuen Arbeitsplatz.

    Foto: Oliver Werner
  • Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht, übergibt sein Amt an die 33-jährige Martje Salje.

    Foto: Oliver Werner
  • Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht, übergibt sein Amt an die 33-jährige Martje Salje.

    Foto: Oliver Werner
  • Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht, übergibt sein Amt an die 33-jährige Martje Salje.

    Foto: Oliver Werner
  • Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht, übergibt sein Amt an die 33-jährige Martje Salje.

    Foto: Oliver Werner
  • Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht, übergibt sein Amt an die 33-jährige Martje Salje.

    Foto: Oliver Werner
  • Martje Salje übernimmt das Türmeramt von Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht.

    Foto: Oliver Werner
  • Martje Salje spricht Englisch, Französisch und neben ein wenig Niederländisch auch Norwegisch. Damit ist sie aus Sicht der Stadt Münster die ideale Besetzung für diese touristische Aufgabe.

    Foto: Oliver Werner
  • Alle 30 Minuten muss Martje Salje in den Abendstunden in ein kupfernes Horn blasen.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Arbeitsplatz von Martje Salje im Turm der Lamberti-Kirche liegt 298 Stufen über dem Prinzipalmarkt.

    Foto: Oliver Werner
  • Martje Salje setzte sich im Bewerbungsverfahren gegen fünf Frauen und 40 Männer durch.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Arbeitsplatz von Martje Salje im Turm der Lamberti-Kirche liegt 298 Stufen über dem Prinzipalmarkt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die heutige Touristenattraktion im Jahr 1379.

    Foto: Oliver Werner
  • Auf die Einsamkeit im Turm freut sich Martje Salje: „Ich bin genau der Typ, der am Abend seine Ruhe haben will. Ich bin gerne alleine.“

    Foto: Oliver Werner
  • Auf die Einsamkeit im Turm freut sich Martje Salje: „Ich bin genau der Typ, der am Abend seine Ruhe haben will. Ich bin gerne alleine.“

    Foto: Oliver Werner
  • Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht, übergibt sein Amt an die 33-jährige Martje Salje.

    Foto: Oliver Werner
Seit 1379 auf St. Lambert

298 Stufen hoch in 75 Metern befindet sich der Arbeitsplatz des Türmers von St. Lamberti in Münster. Wolfram Schulze kommt mit zwei Außenstufen vor der Turmtür sogar auf 300 Stufen. Im Jahr 1379 wird der Türmer von St. Lamberti in einer Urkunde erstmals erwähnt. Damit hat Münster nach eigenen Angaben der Stadt den dienstältesten Türmer in Europa. Seine Aufgabe bestand immer darin, Brände oder Feinde zu melden.

...
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2081317?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F1753750%2F2572777%2F
Stadt prüft nach Abbruch Konsequenzen
Das Haus Oststraße 21 (links) ist inzwischen teilweise abgerissen. Die Stadt hat daraufhin die Abrissbaustelle versiegelt.
Nachrichten-Ticker