Stadt zeichnet elf Persönlichkeiten mit Münster-Nadel aus
„Sie sind die Seele der Demokratie“

Münster -

Für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement in vielen sozialen Bereichen wurden am Donnerstagabend elf Bürger mit der Münster-Nadel ausgezeichnet. Oberbürgermeister Markus Lewe bezeichnete sie als „Glücksbringer für unsere Stadt“ und als „Seele der Demokratie“. 

Donnerstag, 05.12.2013, 19:12 Uhr

Mit der Münster-Nadel zeichnete Oberbürgermeister Markus Lewe am Donnerstagabend elf Bürger für ihr vorbildliches ehrenamtliches Engagement aus.
Mit der Münster-Nadel zeichnete Oberbürgermeister Markus Lewe am Donnerstagabend elf Bürger für ihr vorbildliches ehrenamtliches Engagement aus. Foto: Oliver Werner

Draußen tobte Sturm „Xaver“, drinnen brandete Applaus für die Bürger auf, die auch in Notsituationen wie ein Felsen in der Brandung stehen. Für ihr außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement wurden am Donnerstagabend im Rathausfestsaal elf Bürger von Oberbürgermeister Markus Lewe mit der Münster-Nadel ausgezeichnet. „Sie sind Glücksbringer für unsere Stadt, die durch Ihre Arbeit ein Stück wärmer wird“, lobte Lewe.

Ehrenamt bedeute, sich für andere zu verwenden, sich in Anspruch nehmen zu lassen, freie Zeit mit anderen und für andere zu teilen – ob in der Gesundheit oder im Sport, in der Kirche, in der Jugend- oder der Seniorenarbeit, in der Kultur oder im Umweltschutz. Die Ausgezeichneten stehen „mit ihrem vorbildlichen Engagement beispielhaft für die vielfältigen Möglichkeiten ehrenamtlicher Tätigkeit“, so Lewe, der zur Verdeutlichung den Soziologen Ulrich Beck zitierte: „Das ehrenamtliche Engagement ist die Seele der Demokratie“.

Denn „mitbestimmen, mitgestalten und sich aktive in die Gemeinschaft einbringen“, so Lewe, „sind Eckpfeiler einer sozialen Gesellschaft“. Er lobte das Durchhaltevermögen. Denn oft sei die Arbeit der Ehrenamtlichen mit Anstrengungen verbunden. Aber die Arbeit biete auch eine Quelle für Erfüllung und Selbstverwirklichung. Lewe: „Wer etwas für andere tut, tut auch etwas für sich selbst.“

An diesem Ehrentag durften sich die Ausgezeichneten einmal von anderen verwöhnen lassen. Für eine besondere Atmosphäre sorgte das Blasorchester des Paulinums. Bei Sekt und Häppchen wurde anschließend mit Freunden und Verwandten im Rathaus gefeiert.

Die Träger der Münster-Nadel

►  Marlies Bauckloh, die in der Aids-Hilfe Münster vor allem mit HIV-infizierten afrikanischen Frauen und ihren Kindern arbeitet. Seit 2007 ist sie Sterbebegleiterin. Sie vernetzt ihre Arbeit mit anderen Organisationen, initiiert zum Beispiel schulische Präventionsarbeit.

►  Ulrich Ehrhardt arbeitet seit 2002 an der namentlichen Identifikation russischer Kriegsgefangener und Zwangsarbeiter, die während des Zweiten Weltkriegs auf den Friedhöfen Haus Spital Nienberge und Handorf-Dorbaum („Russenfriedhof“) anonym begraben wurden. Durch seine Arbeit konnte er 250 Toten einen Namen geben.

►  Helga Fischer ist seit 46 Jahren ehrenamtliche Leichtathletik-Trainerin für den TuS Hiltrup und die LG Ratio. Von 1970 bis 2010 war sie die Abteilungsleiterin der Leichtathletik-Sparte des TuS Hiltrup. Auch heute führt sie als Trainerin Kinder an den Sport heran.

►  Roswitha Hoff engagiert sich seit den 1980er Jahren in Hiltrup. Sie war 22 Jahre Presbyterin in der Evangelischen Kirchengemeinde Hiltrup. Sie leitete den Ausschuss für Altenarbeit und den Krankenhaus-Besuchsdienst und war Mitgründerin, Leiterin, Mitgestalterin in der „Nachbarschaftshilfe“. Sie hat dazu beigetragen, dass hilfsbedürftige Menschen wahrgenommen, besucht und betreut wurden.

►  Wolfgang Knebel ist seit 18 Jahren ehrenamtlich tätig in der Arbeit des KCM Schwulenzentrum Münster e.V.. Im Jahr 1996 gründete er die Gruppe „Gay und Grey“, deren Ziel es ist, der Einsamkeit von Schwulen im Alter entgegenzuwirken. Zudem ist er seit zehn Jahren Mitglied im Beraterteam des „Rosa Telefons“ für alle (homosexuellen) Lebensprobleme.

►  Rolf König ist seit 41 Jahren engagiert im Behindertensport in der DLRG-Schwimmgruppe der Lebenshilfe. Durch seine Arbeit hält er Eltern, Lebenshilfe, Schwimmausbilder und Kinder zusammen.

►  Hans Kurth ist in der Seniorenbegegnungs- und Bildungsstätte im Kreuzviertel „Altes Backhaus e.V.“ tätig, als Kursleiter und seit sechs Jahren als Vorsitzender. Das Alte Backhaus ist für viele Menschen zu einer Ersatzfamilie geworden. Durch das Angebotssystems konnten vielfältige Gruppen integriert werden.

►  Heinz Ontrup hat sich vielfältig in seinem Stadtteil Sprakel engagiert, seit 59 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr, im Kirchenvorstand St. Marien-Sprakel, im Schützenverein St. Martinus-Sandtrup und in der KIG-Sprake-Sandrup-Coerde. Zudem war er jahrelang als Schöffe tätig.

►  Peter Overschmidt ist Dauersponsor für den Verein Herzenswünsche, ist Initiator von Physio Sail wie auch Initiator im Behindertensport. Er wertet das Selbstwertgefühl von traumatisierten, körperlich eingeschränkten und sozial schwachen Kindern und Jugendlichen durch das Erleben von Teamfähigkeit und Kooperationsfähigkeit beim Segeln auf.

►  Georg Rölver hat sich vielfältig rund um seinen Stadtteil Wolbeck engagiert. Seit Jahren leitet er eine Arbeitsgruppe im Bürgerforum Wolbeck, seit vielen Jahren arbeitet er im Vorstand des Ökumenischen Eine-Welt-Kreis der Kirchengemeinde St. Nikolaus. Zudem hat er die Entwicklung Wolbecks dokumentiert und in Ausstellungen präsentiert.

►  Hans Voß ist seit 60 Jahren engagiert im Fußballsport. Seit 1951 ist er Fußballschiedsrichter, davon seit 1959 auf der DFB-Schiedsrichterliste. Er ist für die Trainerausbildung zuständig. Im VFL-Wolbeck wie auch in anderen Vereinen berät er die Vorstände

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