Wohnreport: Interview mit Achim Friedrich
„Hohe Mietrendite ist zweitrangig“

Münster -

Münster ist bei privaten Investoren sehr begehrt. Die meisten Privatleute, die Immobilien in Münster suchen, kommen aus der näheren Umgebung oder haben zumindest einen Bezug zu Münster. Begehrt sind vor allem Objekte innerhalb des Rings.

Samstag, 07.12.2013, 10:12 Uhr

Wie interessant ist Münster für private Investoren? In welchen Stadtteilen erwerben sie am liebsten Immobilien ? Achim Friedrich , Geschäftsführer der Sparkassen Immobilien GmbH in Münster, sprach darüber mit WN-Redakteur Martin Kalitschke .

Wie interessant ist Münster für private Investoren?

Friedrich: In den letzten fünf bis sechs Jahren hat die Nachfrage immer mehr zugenommen. Münster ist sehr begehrt, die Stadt wird in den nächsten Jahren weiter wachsen, die Lebensqualität ist hoch.

Wo wohnen solche privaten Investoren – in ganz Deutschland und womöglich darüber hinaus?

Friedrich: Das ist eher die Ausnahme. Die meisten Privatleute, die Immobilien in Münster suchen, kommen aus der näheren Umgebung oder haben zumindest einen Bezug zu Münster.

Kaufen sie die Wohnungen für sich – oder als Geldanlage?

Friedrich: Es gibt private Investoren, die eine Wohnung kaufen, in die zunächst eines der Kinder einzieht, das in Münster studiert – um danach die Wohnung zu vermieten. Andere sind vielleicht 50 Jahre alt und wollen ihr Geld anlegen – mit der Absicht, zum Beispiel von Coesfeld oder Greven in zehn oder 15 Jahren nach Münster zu ziehen. Wieder anderen geht es allein um eine sichere Anlage.

Weil es derzeit keine bessere Geldanlage gibt?

Friedrich: Seit der Finanzkrise liegen die Guthabenzinsen auf einem niedrigen Niveau. Zudem hat die Euro-Krise einige Anleger verunsichert, die nun nach sicheren Anlageformen suchen.

Geht es solchen Leuten darum, mit ihrer Wohnung eine Wertsteigerung zu erzielen?

Friedrich: Die meisten privaten Investoren sind in der Regel schon mit einer Wertstabilität zufrieden. Eine maximale Mietrendite ist ihnen in der Regel nicht so wichtig.

Welche Lagen bevorzugen private Käufer?

Friedrich: Zuerst natürlich innerhalb des Rings. Ansonsten sind auch Mauritz, Geist oder die Sentruper Höhe begehrt. Alternativ gibt es interessante Angebote in den anderen Stadtteilen wie Hiltrup, Gievenbeck, Gremmendorf oder Albachten. Hier sind die Kaufpreise zum Beispiel für eine 90-Quadratmeter-Neubauwohnung gut 100 000 Euro niedriger.

Dennoch: Herrscht unter Verkäufern eine „Goldgräberstimmung“?

Friedrich: Manche Anbieter meinen tatsächlich, dass sie jeden Preis verlangen können. Doch die vergleichen unter Umstanden Äpfel mit Birnen: Eine 30 Jahre alte Wohnung lässt sich nicht zum Neubaupreis vermarkten. Das wollen manche Anbieter natürlich nicht hören.

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