Prof. Dr. Wilhelm Kohl wird 100
Historiker aus Leidenschaft

Münster-Angelmodde -

Er ist Historiker aus Leidenschaft – Prof. Dr. Wilhelm Kohl. 40 Jahre war er im Staatsarchiv Münster tätig und war zuletzt dessen Direktor. Am Montag vollendet er sein 100. Lebensjahr.

Montag, 09.12.2013, 09:12 Uhr

Prof. Dr. Wilhelm Kohl stand 40 Jahre in Diensten des Staatsarchivs Münster und war zuletzt dessen Leiter.
Prof. Dr. Wilhelm Kohl stand 40 Jahre in Diensten des Staatsarchivs Münster und war zuletzt dessen Leiter. Foto: hk

Die Tugenden Leidenschaft , Disziplin sowie die Freude an der wissenschaftlichen hat sich Prof. Dr. Wilhelm Kohl bis heute bewahrt. In geistiger Frische macht sich der ehemalige Direktor des Staatsarchivs Münster vormittags an die Arbeit, um sich der westfälischen Landesgeschichte zu widmen, sie auszuwerten und zu erforschen. Heute vollendet Kohl sein 100. Lebensjahr.

Seit seiner Pensionierung Ende 1978 hat der promovierte Historiker deutlich mehr Publikationen veröffentlicht als während seiner mit Pflichtaufgaben ausgefüllten Dienstzeit. Insgesamt über 300 Veröffentlichungen zeugen von seinem Forscherfleiß, rund 40 Bücher zu landes- und kirchengeschichtlichen Themen vor allem auch des Fürstenbistums Münster entstanden während seines fruchtbaren Schaffens.

Dem historisch Interessierten wird die dreibändige „Westfälische Geschichte“ bekannt sein, die der gebürtige Magdeburger in den Jahren 1982 bis 1984 herausgebracht hatte. In seine Pensionszeit fielen auch drei Bände zur Geschichte des münsterischen Domkapitels sowie vier Bände über die Geschichte der Diözese Münster. Sie gelten als grundlegende Handbücher in der Reihe „Germania Sacra“. Die für den nun Hundertjährigen bedeutsamste Ehrung war 1996 die Verleihung des Komturkreuzes des Königlichen Schwedischen Nordstern-Ordens. Dieser Ehrung ging eine große Quellenedition „Acta Pacis Westphaliae“ mit den schwedischen Korrespondenzen aus der Zeit der westfälischen Friedensverhandlungen voraus.

Noch geprägt von den Nachwehen des Ersten Weltkrieges erlebte der Kaufmannssohn dennoch ein intaktes Elternhaus, das ihm den Zugang zur Bildung ermöglichte. Nach dem Abitur studierte Kohl in Halle und Göttingen und wurde 1937 promoviert. 1938 lernte er Anna-Luise Preußker, mittlerweile 91 Jahre alt, kennen und heiratete sie 1942. Nur einen Tag später musste er an die Ostfront. 1944 geriet Kohl in russische Gefangenschaft und kehrte erst 1949 heim. „Die Ölmalerei hat mir geholfen zu vergessen und Fuß zu fassen“, erinnert sich Kohl. Das ist die andere Seite des Historikers, Archivars und Honorarprofessors, der sich zudem nachmittags ans Klavier setzt und Bach spielt.

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