Größte Passivhaus-Siedlung Europas
Die neue, bunte Boeselburg

Münster -

Bereits im Mai 2014 sollen alle 533 Appartements in der Studentenwohnanlage Boeselburg bezugsfertig sein. Die Nachfrage nach dem bunten Neubau ist allerdings „mau“, heißt es beim Studentenwerk.

Samstag, 28.12.2013, 12:12 Uhr

Mateusz Kowalski (l.) und Fatih Cinar vor dem gelben Block der Boeselburg, in dem ihre beiden nebeneinander gelegenen Appartements sind. Ein faires Angebot, finden die Freunde, die froh sind, nun näher an der Uni zu wohnen.
Mateusz Kowalski (l.) und Fatih Cinar vor dem gelben Block der Boeselburg, in dem ihre beiden nebeneinander gelegenen Appartements sind. Ein faires Angebot, finden die Freunde, die froh sind, nun näher an der Uni zu wohnen. Foto: Matthias Ahlke

Fatih Cinar und Mateusz Kowalski gehörten zu den ersten Bewohnern im gelben Block der Boeselburg . Im Oktober sind die beiden Freunde – Fatih studiert Betriebswirtschaftslehre, Mateusz Volkswirtschaftslehre – in den Neubau an der Boeselager Straße eingezogen: auf eine Baustelle. Mittlerweile vermittelt der Innenhof des gelben Gebäudeblocks einen Eindruck, wie die neueste Anlage des Studentenwerks am Ende aussehen wird. Nach eigenen Angaben ist der Komplex die derzeit größte Passivhaussiedlung Europas .

Die beiden „Pioniere“ in der neuen, bunten Boeselburg haben zwei nebeneinander gelegene Appartements im Erdgeschoss bezogen. Von dort können sie gleich nach draußen gehen. „Wir freuen uns schon auf die Grillabende“, sagt ­Mateusz.

Der aus Krefeld stammende Student hat das erste Jahr seines Studiums in Laer, mehr als 20 Kilometer außerhalb von Münster, gewohnt – und war dort vom Nachtleben der Stadt weitgehend abgeschnitten. Fatih, der aus Werdohl im Sauerland kommt, wohnte in einem Appartement in Nienberge. Auf die Wohnungen in der Boeselburg haben sich Mateusz und Fatih gemeinsam mit einem weiteren Freund beim Studentenwerk beworben, Monate, bevor die ersten Einheiten fertig wurden.

289 Euro plus Strom zahlt jeder jetzt für das jeweils 28 Quadratmeter große Appartement mit Einbauküche. „Das war die günstige Variante, preiswerter, als wenn wir hier eine WG-Wohnung zu Dritt genommen hätten“, erzählen sie. Den Preis finden sie nicht ganz billig, aber fair. „Alles ist ja neu“, sagt Fatih Cinar. „Und wenn die Boeselburg erst mal keine Baustelle mehr ist, um so mehr.“

Vom Innenhof sieht man den mittlerweile fertiggestellten roten Block, Gegenüber den Appartements von Fatih und Mateusz recken sich noch graue, eingerüstete Wände empor. Hier entstehen gerade noch der grüne und der blaue Teil der Boeselburg.

Vor einem Jahr türmten sich auf dem Gelände an der Südspitze des Aasees noch die Trümmer der abgerissenen alten, grauen Beton-Boeselburg. Dass der von Rainer Kresing entworfene Neubau so schnell bezugsfertig sein würde, daran hat auch Achim Wiese, kommissarischer Geschäftsführer des Studentenwerks, mitunter leise gezweifelt. „Im Mai kommenden Jahres sollen alle 533 Wohneinheiten bezugsfertig sein.

Doch wer geglaubt hat, die wohnungssuchenden Studierenden stürmen die Warteliste für den bunten Neubau, ist bisher getäuscht. „Im Augenblick haben wir noch 34 freie Wohnungen im roten Block der Boeselburg“, sagt Achim Wiese und bekennt ohne Umschweife: „Die Nachfrage ist ein bisschen mau.“

Wer einziehen will, benötigt einen Wohnberechtigungsschein, den grundsätzlich alle Studierenden unabhängig von ihren finanziellen Verhältnissen bekommen. Wiese räumt ein, dass manche Wohnungen in der Boeselburg trotzdem für ein Studenten-Budget nicht immer passend sind.

Für ein 35 Quadratmeter großes Appartement sind warm rund 390 Euro fällig. Für die Lage und den Standard nicht wirklich teuer – „aber die meisten Studenten, die sich beim Studentenwerk bewerben, möchten preiswerter wohnen“, sagt Wiese.

Was auch möglich sei: 75 Prozent der Wohnplätze des Studentenwerks kosteten nicht mehr als 250 Euro warm. Aber von diesen Zimmern sind fast alle vermietet. „Wir haben im Moment vielleicht zehn dieser günstigen Wohnplätze frei“, so Wiese.

Zwei Monate nach Semesterbeginn hat er den Eindruck, dass der Markt gesättigt ist. „Unsere Warteliste ist weitgehend abgeschmolzen“, sagt er – und ist aber zuversichtlich, dass die Boeselburg spätestens im nächsten Wintersemester komplett vermietet sein wird.

„Die finanziell üppiger ausgestatteten Studierenden greifen eher auf solche privaten Angebote zurück“, glaubt Achim Wiese.

Im Angebot des Studentenwerks ist momentan sogar noch ein Zimmer im ehemaligen Hotel Coerdehof frei, in Toplage mitten im Kreuzviertel. Die Miete in Höhe von 350 Euro warm war den Studenten auf der Warteliste bisher zu hoch. Mit dem Preis könne das Studentenwerk nicht heruntergehen, beteuert Wiese: „Wir machen keinen Gewinn.“

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