Horst Werner Koch geht in den Ruhestand
Aus dem Ordnungsamt auf zu neuen Ufern

Münster -

Er rührte im Ordnungsamt im Laufe seiner Dienstzeit in vielen Töpfen: Horst Werner Koch. Jetzt geht der 65-jährige stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes in den Ruhestand, dann war er 41 Jahre bei der Stadt beschäftigt. Privat möchte Köch aber auch künftig in einer ganz persönlichen Ideen-Küche brutzeln und sich mit Fortbildungen und Service für die öffentliche Sicherheit auseinandersetzen.

Samstag, 28.12.2013, 16:12 Uhr

 Horst Werner Koch
 Horst Werner Koch Foto: Matthias Ahlke

Sein Name ist Horst Werner Koch – ohne Bindestrich. Horst Werner Koch wird oft falsch geschrieben. Für den 65-Jährigen ganz normal. Ob mit oder ohne – Koch bleibt Koch. Als solcher wird er sich auch bei der nächsten Weiberfastnacht in der Verwaltung zeigen, dann ist der 65-Jährige wieder am Start. „Damals waren wir die erste Abteilung, die verkleidet gekommen ist“, freut er sich noch heute über die tolle Idee.

Jetzt räumt Horst Werner Koch aber seinen Arbeitsplatz in der fünften Etage des Stadthauses 1. Koch hat seine Abschiedstournee schon hinter sich. Seine beiden Vorzimmer-Damen, Gabriele Bonkamp und Annette Weweler, sind traurig, denn Horst Werner Koch, seines Zeichens stellvertretender Leiter des städtischen Ordnungsamtes in Münster , wechselt in den Ruhestand .

Der Büroschrank ist leer, zwei Aktenordner muss er noch an den Mann bringen, dann wird er seine Bilder einpacken – und sein Segelboot. Erinnerungen an eine lange berufliche Zeit in der münsterischen Stadtverwaltung und an ein Hobby. Die 365 Telefonnummern aus seinem Diensthandy hat Koch schon abgespeichert.

Im Stadthaus 1, sagt Koch, würde er jeden Winkel kennen, obschon sich der Pensionär fast ausschließlich im Ordnungsamt getummelt hat. Ein Amt, das eigentlich unter seinem schlechten Ruf leidet, so Koch. Er habe sich immer wieder gesagt: „Die meinen mich nicht persönlich, die meinen nur das Amt.“ Aber manche Aussagen seien schon unfair gewesen. Schwamm drüber: Der 65-Jährige möchte trotzdem als Pensionär in seiner persönlichen „Ideen-Küche“ weiter Fortbildungen und Service für öffentliche Sicherheit „brutzeln“.

Horst Werner Koch ist in Münster vielen Menschen bekannt. Vom Wochenmarkt, vom Send und von vielen Events. Der Koch vom Ordnungsamt rührte in vielen Töpfen.

Er ist im Geistviertel aufgewachsen, in St. Joseph getauft. Seine Eltern wollten ihn Horst nennen, der Pfarrer war dagegen. Horst sei kein Heiliger, sagte dieser. Die Eltern waren erbost und schlugen vor, Werner oder Hubert anzuhängen. Daraus wurde Horst Werner Hubert. Als Horst ging er zur Erich-Klausener-Realschule. Dann konnte er sich aussuchen, ob er bei der WestLB durchstartet oder bei der Stadt. Horst Werner Koch entschied sich für die Verwaltung. Anfänglich gefiel ihm dieser Job gar nicht, später legte er den Schalter um. Jetzt ist er sogar sechs Monate länger im Amt geblieben, als er eigentlich musste. Der Pensionär arbeitet einfach gerne, „da kann man etwas bewegen“.

Vor 40 Jahren hat er geheiratet. Seit acht Jahren lebt Horst Werner Koch mit seiner Frau in Amelsbüren.

Nach seiner Ausbildung absolvierte Horst Werner Koch ein Studium an der Fachhochschule, legte 1972 sein Diplom ab und sollte dann zum Jugendamt. „Das war nicht mein Ding.“ Koch kam in die Zulassungsstelle, baute diese neu auf und kümmerte sich auch um das Punktesystem. „18, 20 nur nicht passen“, war sein Wort. Bei 18 Punkten war die Fahrerlaubnis nämlich weg, erklärt er. Der Verwaltungsfachmann war fortan nicht mehr zu bremsen. Wenn nötig, sprach er Klartext, das hat er bis heute so beibehalten.

Um seinen Kopf klar zu bekommen, ging er früher Joggen, heute ist er auf Nordic Walking umgestiegen. Mindestens vier Mal die Woche umrundet er schnellen Schrittes den Aasee.

Und „das Dollste, was ich erleben durfte, war die Wiedervereinigung.“ Koch leistete mit Kollegen in Brandenburg Aufbauhilfe.

Jetzt freut er sich darauf, dass er nicht mehr morgens um kurz vor sechs Uhr aufstehen muss. Häufig fuhr er mit Ordnungsamtschef Martin Schulze Werner mit dem Zug nach Münster. Die erste Lagebesprechung fand darum schon am Bahnsteig statt. Die Zeiten sind vorbei.

Horst Werner Koch blättert währenddessen in einem ziemlich dicken Buch mit Dokumenten und vielen Bilder aus der alten Dienstzeit. Früher, erinnert er sich, gab es in der Verwaltung noch Kegelclubs. Man ging nach Feierabend gemeinsam ein Bier trinken. Heute bleibt dazu keine Zeit mehr.

Horst Werner Koch will selbst ein Buch schreiben. Thema ist das neue Bundesmeldegesetz. Seinen Job in der Verwaltung übernimmt ab dem 1. Januar Norbert Vechtel. Horst Werner Koch bleibt aber weiter Münster-Fan. „Münster ist klasse“, sagt er, „hier ist alles überschaubar.“

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