Der Dialyse entkommen
Zurück ins Leben

Münster -

Dieter Reinecker entkam der Dialyse. Seine Krankheitsgeschichte hat er in einem Buch verarbeitet und will seine Erfahrungen weitergeben.

Freitag, 03.01.2014, 12:01 Uhr

Nein, von einem Wunder möchte Dieter Reinecker nicht sprechen. Aber: „Unglaublich, diese Geschichte“, das hat er schon oft gehört. Denn: Er ist dem Tod quasi von der Schüppe gesprungen, so sagt er selbst. Drei Jahre ist es her, Dieter Reinecker 57 Jahre alt, als er seine Diagnose bekommt: „Chronische Niereninsuffizienz im Endstadium“. Die Ärzte, mit denen er spricht, geben ihm das Gefühl: „Sie können froh sein, wenn Sie am nächsten Tag wieder aufwachen.“

Der Münsteraner kann sich gut erinnern an die Zeit, an den Schock: „Ich war hypnotisiert vor Angst“, sagt er heute. Der ehemalige Lehrer sucht fieberhaft in Internet und Büchern, was er darüber lesen kann: „Immer nur Dialyse , Transplantation, Medikamente“, blickt er zurück. Bis er auf einen Namen stößt, der sein ganzes Leben komplett verändern soll: „ Helmut Wandmaker “. Ein Mann, der selbst schwer krank war und ein Buch geschrieben hat: „Rohkost statt Feuerkost, wahre Gesundheit durch natürliche Nahrung“. Reinecker bestellt sich das Werk, das in der Buchhandlung gar nicht vorrätig ist. Und ahnt zu dem Zeitpunkt nicht, dass er bald selbst unter die Autoren gehen wird. Denn ihm hilft die empfohlene Lebensumstellung. Radikal ist sie, aber ganz offensichtlich erfolgreich – und das möchte er auch anderen mitteilen. „Wie ich der Dialyse entkam“ nennt Dieter Reinecker sein persönliches Buch, in dem er seine Geschichte in Romanform verarbeitet, gleichzeitig mit Zahlen, Fakten und Werten seiner Krankengeschichte belegt.

Der Schlüssel für sein neues Leben: Ernährungsumstellung. „Das war mein Strohhalm. Wandmaker hat genau beschrieben, dass man alle Belastungen, die durch falsche Ernährung entstehen, vermeiden muss, dass nur so aber die Niere auch regenerieren kann.“ Ihm selbst, der Leistungssportler war und der sich das Rauchen durch Heilfasten abgewöhnt hat, scheint das plausibel. Seinen Ärzten nicht. „Es schadet nicht, aber es hilft auch nicht“, sei deren Urteil gewesen. Doch sein Entschluss steht: Dieter Reinecker verbannt alles von seinem Speiseplan, was ihm bisher gut geschmeckt hat. Er ernährt sich nur noch von frischem Bio-Obst und Wasser. Nach zehn Tagen hat er acht Kilo abgenommen, er fühlt sich wohler, auch etwas fitter. Seine Blutwerte nach vier Wochen: „Die waren schon deutlich besser geworden, ich war zumindest aus dem Risikobereich“, erinnert er sich wie heute an den entscheidenden Anruf.

Inzwischen hat er seinen 60. Geburtstag gefeiert – und geht seinen Weg unbeirrt weiter: „Kein Fleisch, kein Brot, keinen Alkohol.“ Stattdessen frisches Obst, Bio-Kartoffeln, grammweise Bio-Gehacktes, eine Tasse Kaffee am Tag: „Mein einziges Gift“, berichtet er von seinem selbst ausgetüftelten Speiseplan, an dem er festhält. Salz ist aus der Küche verbannt, „es wird nur frisch gekocht“, berichtet er.

Dieter Reinecker ist sich sicher, dass er seinen bisherigen Erfolg seiner eisernen Disziplin zu verdanken hat. „Dieser Weg hat mich gerettet“, ist er sich sicher. Jeder müsse aber für sich seinen Weg finden, betont er. Und gibt gern Informationen, steht auch für eine Selbsthilfegruppe zur Verfügung. Kontakt bekommt man zu ihm unter E-Mail dieter.reinecker@t-online.de.

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