Rechtliche Hürden
Geplantem Stadtfest droht das Aus

Münster -

Münster sollte wieder ein Stadtfest bekommen. Doch nach der gescheiterten Ausschreibung 2011 droht nun auch im zweiten Anlauf eine Bauchlandung.

Freitag, 10.01.2014, 06:01 Uhr

Menschenmassen auf dem Domplatz: Ob es alsbald eine Wiederauflage des Stadtfestes gibt, ist fraglich.
Menschenmassen auf dem Domplatz: Ob es alsbald eine Wiederauflage des Stadtfestes gibt, ist fraglich. Foto: ah

Im vergangenen Herbst keimten neue Hoffnungen auf eine Rückkehr des Stadtfestes – eventuell schon in diesem Jahr. Doch nach Recherchen unserer Zeitung sind die Forderungen der Gastronomen-Gruppe um Marvin Lindenberg , der bis 2011 das Eurocityfest in der Innenstadt organisiert hatte, aus Sicht der Stadtverwaltung kaum erfüllbar.

Insbesondere soll die Stadt den Veranstaltern die öffentlichen Flächen in der Innenstadt kostenlos überlassen und dort ansässigen City-Gastronomen während des Fest-Wochenendes den Ausschank im Freien quasi untersagen. Auch auf einen mehrjährigen Konkurrenzschutz legen die interessierten Stadtfest-Organisatoren anscheinend Wert.

„Alles muss rechtssicher sein“, betonte Stadtdirektor Hartwig Schultheiß am Donnerstag die Prämisse für eine mögliche Neuauflage des Stadtfestes. Zugleich verwies er auf eine „Ersteinschätzung“ des Ordnungsamtes in dieser Sache.

Die klingt indes alles andere als rosig, wie die Nachfrage bei Amtsleiter Martin Schulze-Werner ergab: „Es liegen wesentliche Probleme vor, die die Erfüllung der drei Forderungen als kritisch erscheinen lassen.“

Der Verzicht auf Sondernutzungsgebühren ist zwar unter bestimmten Voraussetzungen möglich, etwa bei gemeinnützigen oder kulturellen Veranstaltungen. Doch von einer Kulturveranstaltung geht man angesichts des kommerziellen Gepräges mit zahlreichen Verkaufs- und Getränkeständen nicht aus. Zumal auf dem Domplatz, wie zu hören ist, auch Eintritt für das Musikprogramm erwogen wird.

Insofern scheint die Stadt in der Gebührenfrage kaum Spielraum zu haben. Und allein der Domplatz schlägt nach der kommunalen Gebührenordnung mit etwa 11 000 Euro pro Tag zu Buche. Ob Marvin Lindenberg und Co. unter diesen Bedingungen an ihrer Bewerbung festhalten, gilt als fraglich. Zumal er in der Vergangenheit bereits mehrfach betont hat, dass ein solches Stadtfest ohne finanzielles Engagement der Kommune nicht wirtschaftlich durchführbar sei. Für eine Stellungnahme war Lindenberg am Donnerstag nicht zu erreichen.

Die Diskussion um eine Neuauflage des Stadtfestes gärt in Münster schon seit geraumer Zeit. Im Herbst 2012 hatte die Politik die öffentliche Ausschreibung für ein jährliches Stadtfest wieder einkassiert – weil angeblich keines der eingereichten Konzepte überzeugte.

Ein interfraktioneller Arbeitskreis hat gleichwohl das Thema weiter vorangetrieben. Eine private Veranstaltung von Marvin Lindenberg und weiteren Gastronomen bot sich daher als willkommener Ausweg an. Denn schließlich wurde aus verschiedenen Parteien der Wunsch nach einem Stadtfest geäußert. „Seit Ende letzten Jahres liegt das Konzept vor“, bestätigte Bernadette Spinnen, Chefin von Münster-Marketing. Sobald in der Verwaltung eine Einschätzung dazu vorliege, wolle man gemeinsam mit den Politikern im Arbeitskreis beraten. Das soll spätestens im Februar der Fall sein.

Doch angesichts des Forderungskatalogs der möglichen Stadtfest-Veranstalter herrscht Zurückhaltung. „Ich sehe das leidenschaftslos“, stellte Stadtdirektor Schultheiß fest.  

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