Stadt arbeitet an Notfallkonzept
Turnhallen keine Lösung

Münster -

Im Jahr 2013 hat Münster nach Auskunft des Sozialamtes 703 Flüchtlinge aufgenommen, etwa 50 Prozent mehr als im Vorjahr und dreimal so viele wie 2011. Jetzt arbeitet die Stadt an einem Notfallkonzept zu deren Unterbringung.

Samstag, 18.01.2014, 08:01 Uhr

 
 Symbolfoto Foto: dpa

Der Bus mit 20 Männern, Frauen und Kindern kam vor einigen Tagen in Münster an: Menschen aus Syrien , aus China und aus zentralafrikanischen Ländern, die teilweise vor Lampedusa aus überfüllten Flüchtlingsbooten gerettet wurden. Weitere 41 der Stadt zugewiesene Flüchtlinge werden noch im Laufe des Monats Januar erwartet, erklärt Sozialamts-Leiterin Dagmar Arnkens-Homann .

Im Dezember kamen über 100 Menschen. „Wir retten uns bei der Bereitstellung von Unterkünften von Tag zu Tag“, beschreibt Arnkens-Homann die Lage.

Am 12. Februar soll der Rat über eine Vorlage entscheiden, die die Einrichtung von vier neuen Flüchtlingsheimen in Sprakel, Gelmer, Angelmodde und an der Schaumburgstraße in einem ehemaligen Bahn-Gebäude vorsieht. Währenddessen werde im Sozialamt an einem „ Notfallkonzept “ gearbeitet, sagt Arnkens-Homann. „Die Asylsuchenden in Turnhallen unterzubringen, wäre die schlechteste Lösung.“ Die Stadt sucht leerstehende Gebäude oder Liegenschaften. In der Verwaltungs-Vorlage ist die Rede davon, weitere Containerbauten aufzustellen, wenn der Platz nicht reicht. Das ist wahrscheinlich, denn die internationale Entwicklung spreche nicht dafür, dass der Flüchtlingsstrom nachlasse, so die Sozialamtsleiterin.

Im Jahr 2013 hat Münster nach Auskunft des Sozialamtes 703 Flüchtlinge aufgenommen, etwa 50 Prozent mehr als im Vorjahr und dreimal so viele wie 2011. Alle Kommunen sind verpflichtet, einen gewissen Teil der Flüchtlinge zu versorgen, doch in Städten wie Münster, wo Wohnraum sehr knapp ist, fällt das besonders schwer. „Hier muss die Stadt erst Unterkünfte bauen, während andere Städte die Menschen oft in leerstehenden Wohnungen unterbringen können“, erklärt Jochen Köhnke, städtischer Flüchtlingsdezernent.

Die prekäre Wohnungssituation ist auch Grund dafür, dass über 300 Bewohner in Flüchtlingsunterkünften, obwohl sie mittlerweile in normalen Wohnungen leben dürften, dort mangels Alternative bleiben. Zehn Prozent der Flüchtlinge in den Unterkünften zahlen nach Auskunft der Verwaltung ihren Unterhalt selbst.

Die meisten Flüchtlinge kommen aus Syrien, Tschetschenien, Ägypten, Iran, Serbien und Mazedonien sowie zunehmend aus afrikanischen Ländern. Bis über Asylanträge entschieden ist, bleiben alle in Münster.

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