„Evangelische Insel“
Geld für Millionen-Projekt – aber nicht für einen Kantor?

Münster -

Sollte eine Kirchengemeinde, die aus finanziellen Gründen nicht in der Lage ist, einem Kirchenmusiker eine volle Stelle anzubieten, das Risiko eingehen, für einen zweistelligen Millionenbetrag eine „Evangelische Insel“ im Herzen Münsters zu bauen?

Donnerstag, 23.01.2014, 14:01 Uhr

Rund um die Erlöserkirche wird demnächst gebaut.
Rund um die Erlöserkirche wird demnächst gebaut. Foto: -kb-

Für Ulrich Grywatz, Presbyter der Erlöserkirchengemeinde und einer der Initiatoren des Bauvorhabens, ist diese Frage unzulässig. „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.“ Am Dienstag war bekannt geworden, dass ein bestehender Arbeitsvertrag für einen Kantor nicht verlängert wird.

Bei dem geplanten Bauvorhaben rund um die Erlöserkirche – vorgesehen sind ein Ersatzbau für das Paul-Gerhardt-Haus sowie zwei neue Dienstleistungsgebäude samt Tiefgarage – handele es sich um ein Investorenprojekt, das sich selbst tragen werde, so Grywatz. Keinesfalls verfolge die Gemeinde das Ziel, einen Prestigebau zu errichten, frei nach dem Motto: „Wir wollen uns das einfach mal gönnen.“

Auf Nachfrage räumte der Presbyter indes ein, dass das Kreiskirchenamt dem Bauvorhaben „skeptisch“ gegenüberstehe. Unter anderem deswegen, weil kirchliche Einrichtungen, die als potenzielle Mieter für die „Evangelische Insel“ ins Auge gefasst werden, nicht unbedingt auf Rosen gebettet sind.

Laut Grywatz dient der Erlös aus dem Verkauf des Paul-Klepper-Hauses der Erlöserkirchengemeinde als Eigenkapital für die „Evangelische Insel“.

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