Pläne für Bebauung rund um die Erlöserkirche
„Evangelische Insel“ wird konkret

Münster -

Das Büro Greive und Kuckert hat den Architektenwettbewerb zur Gestaltung der „Evangelischen Insel“ an der Eisenbahnstraße gewonnen. Konkret geht es unter anderem um das neue Paul-Gerhardt-Haus.

Dienstag, 28.01.2014, 11:01 Uhr

Als sich der Architekt Christian Kuckert im Innenraum der Erlöserkirche näher umschaute, fasste er dessen Eigenschaften in zwei Wörtern zusammen: „Bescheidenheit und Qualität“.

Bescheiden und zugleich qualitätsvoll soll auch die „Evangelische Insel“ sein, die in den kommenden Jahren rund um die Erlöserkirche entstehen soll – und zwar nach den Plänen des Büros Greive und Kuckert.

Dieses Büro ist erfolgreich aus einem Architektenwettbewerb hervorgegangen, wie am Freitag bei einem Pressegespräch in der Erlöserkirche bekannt gegeben wurde. Elf Stunden lang hatte eine 26-köpfige Jury 15 Entwürfe begutachtet und dann eine Entscheidung getroffen. Greive und Kuckert machten das Rennen, gefolgt vom Architekten Peter Bastian und dem Büro Behet, Bondzino und Lin.

Konkret ging es bei dem Wettbewerb darum, das komplette Areal zwischen dem Freiherr-vom-Steinplatz (Landeshaus) im Norden und dem Parkplatz südlich der Erlöserkirche neu zu gestalten.

Die wichtigste Veränderung: Nach dem geplanten Abriss des Paul-Gerhardt-Hauses könnte die Eisenbahnstraße verbreitert werden – und zugleich die parallel verlaufene Friedrichstraße für den Durchgangsverkehr wegfallen.

Ob, und wenn ja, wann das Millionenprojekt realisiert wird, dazu konnte Pfarrer Thomas Thilo von der Erlöserkirchengemeinde keine verbindlichen Aussagen machen. Die Kirchengemeinde, von der die Initiative ausgeht, weil sie Ersatz für das marode Paul-Gerhardt-Haus benötigt, wolle mit den vorliegenden Plänen auf potenzielle Partner und Förderer zugehen. „Es fehlt noch eine Menge Geld.“

Auslöser für die Überlegungen einer „Evangelischen Insel“ in direkter Bahnhofsnähe ist der Umstand, dass für das jetzige Paul-Gerhardt-Haus Ersatz benötigt wird. Es beherbergt das Gemeindezentrum, ein Jugendheim und die evangelische Familienbildungsstätte. Das Paul-Gerhardt-Haus soll in einen Neubau auf dem Parkplatz an der Ecke Wolbecker Straße/Eisenbahnstraße untergebracht werden.

Die Fläche des alten Paul-Gerhardt-Hauses sowie die benachbarten Flächen bieten Platz für weitere Büro- und Dienstleistungsgebäude, etwa für die Diakonie oder andere evangelische Einrichtungen. Auch ein Seniorenwohnheim kann sich Pfarrer Thilo an dieser zentralen Stelle gut vorstellen.

Die Erlöserkirchengemeinde hat bereits einen Investor an der Hand. Es ist die Kirchliche Zusatzversorgungskasse mit Sitz inDortmund. Deren Engagement hängt aber davon ab, welche Mieter in die Gebäude ziehen und wie sich das Gesamtpaket dann rechnet. Für die Kirchengemeinde stellte Thilo derweil fest: „Wir haben nicht viel Geld.“

Bei ihrer Planung ging für das siegreiche Architektenpaar Tanja und Christian Kuckert nicht zuletzt auf das hohe Verkehrsaufkommen an dieser Stelle ein. Große Teile der Gebäude und Außenflächen wurden um bis zu 1,80 Meter angehoben, damit die Nutzer der Gebäude buchstäblich über den Verkehr hinwegsehen können. „Autos, die man nicht sieht, stören auch weniger“, so die Architekten.

Auch wenn das Preisgericht voll des Lobes war über den Entwurf, in einem Punkt soll er buchstäblich eingedampft werden. Von den drei Gebäuden nördlich der Erlöserkirche sollen nur zwei gebaut werden – mit Tiefgarage.

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