Regeln in der Umweltzone werden verschärft
Gelbe Plakette wird zum Auslaufmodell

Münster -

Ab dem kommenden Jahr sollen in Münsters Umweltzone nur noch Autos mit grüner Plakette fahren dürfen. Weil die Stickstoffdioxidwerte in Innenstadtstraßen immer noch weit über dem von der EU festgesetzten Richtwert liegen, werden die Regeln in der Umweltzone verschärft.

Mittwoch, 29.01.2014, 07:01 Uhr

Noch reicht auch die gelbe Plakette für die Fahrt durch die Umweltzone. 2015 wird sich das ändern.
Noch reicht auch die gelbe Plakette für die Fahrt durch die Umweltzone. 2015 wird sich das ändern. Foto: Oliver Werner

Alle Münsteraner, die noch mit gelber Umweltplakette ihr Auto durch die Innenstadt steuern, müssen sich allmählich Gedanken um Alternativen machen. Im Laufe des nächsten Jahres, voraussichtlich Mitte 2015, werden nur noch Autos mit grüner Plakette durch die Stadt fahren dürfen.

„Ja, die Regeln werden wohl verschärft“, bestätigt Ralf Besler vom städtischen Umweltamt. Er arbeitet an einer Verwaltungsvorlage zu den Bestimmungen der Umweltzone, die der Rat in seiner Sitzung im April beschließen soll.

Problem sind die nach wie vor zu hohen Werte von Stickstoffdioxid auf verkehrsreichen Straßen in Münster. Die Europäische Gemeinschaft hat den Antrag Münsters auf Fristverlängerung zur Senkung der Emissionen abgelehnt, sagt Besler, darum gehe wohl kein Weg am Ausschluss der Wagen mit gelber Plakette vorbei.

Parallel sehe der neue von Bezirksregierung und Stadt Münster konzipierte Luftreinhalteplan noch einmal technische Verbesserungen an Bussen vor, erläutert Besler. Manches spricht dafür, dass der starke Busverkehr, vor allem an der Mess-Station am Bült, maßgeblich für die hohe Konzentration des Stickstoffdioxids verantwortlich ist. So soll eine Linie der Stadtbusse künftig nur noch mit Elektrobussen betrieben werden. Die Abgastechnik der anderen Busse soll so verändert werden, dass sich der Ausstoß des für die Atemwege schädlichen Gases verringert.

Am Bült betrug im Jahr 2012 die durchschnittliche Belastung mit Stickstoffdioxid noch 53 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Erlaubt sind 40. An der Mess-Station Weseler Straße wird dieser Wert mit 43 Mikrogramm mittlerweile fast erreicht.

Trotzdem können entsprechend der geltenden Richtlinie in der EU Bürger die Kommune verklagen, wenn sie nichts gegen die erhöhten Werte unternimmt. Neben Münster versuchten weitere 56 Städte in Deutschland, eine Fristverlängerung zu erreichen. In 33 Fällen sei der Antrag abgelehnt worden, sagt Besler. Im Ruhrgebiet tritt die Pflicht zur grünen Plakette bereits in diesem Jahr in Kraft. Was die Konzentration von Feinstaub in der Luft an verkehrsreichen Straßen angeht, sind in Münster seit 2008 schon keine kritischen Werte mehr aufgefallen.

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