„Leoland“ soll keine Eisfläche haben
Eishalle: Initiative will kämpfen

Münster -

Die Initiative „Rettet die Eishalle“ hat Widerstand gegen die Pläne eines Investors angekündigt, das Wohnprojekt „Leoland“ an der Steinfurter Straße ohne Eisfläche zu realisieren. Nun werde man „kämpfen“, sagt die Initiative. Der Investor hält eine Eisfläche nicht für wirtschaftlich.

Sonntag, 13.04.2014, 19:04 Uhr

Noch sind in der Eishalle Schlittschuhläufer unterwegs. Doch die Chancen, dass in Münster auch in Zukunft Eissport betrieben werden kann, stehen derzeit schlecht.
Noch sind in der Eishalle Schlittschuhläufer unterwegs. Doch die Chancen, dass in Münster auch in Zukunft Eissport betrieben werden kann, stehen derzeit schlecht. Foto: Oliver Werner

Die Initiative „Rettet die Eishalle “ will die Entscheidung des münsterischen Investors Heijo Bierbaum , sein „Leoland“-Projekt nun doch ohne Eisfläche zu realisieren, nicht hinnehmen. „Wir werden den Kampf für eine Eishalle neu aufnehmen“, stellt Dr. Martin Brodde, Sprecher der Initiative, klar. Ziel sei es, den Bau von Studenten- und Sozialwohnungen auf dem Eishallen-Gelände zu verhindern. „Es muss in Münster auch weiterhin die Möglichkeit geben, Eissport zu betreiben“, findet Brodde. 2013 war es der Initiative gelungen, über 10 000 Unterschriften für den Erhalt der Eishalle zu sammeln.

Bierbaum hatte seine überarbeiteten Pläne für das Areal an der Steinfurter Straße am Dienstag im Gestaltungsbeirat vorgestellt, dort gab es kaum Kritik. Auf 14 000 Quadratmetern will er Studenten- und Sozialwohnungen für 500 Menschen errichten. Die Eislauffläche, die er im Herbst in Aussicht gestellt hatte, ist nun nicht mehr Bestandteil des Projekts.

Die Eishallen-Initiative weiß selbst, dass sie eine Eisfläche nicht wirtschaftlich betreiben kann.

Heijo Bierbaum, Investor

Vor drei Monaten habe er die Initiative gebeten, ihm einen Investor, einen Pächter und Garantien für eine langfristige Vermietung zu nennen, sagt Bierbaum. Die Initiative habe daraufhin mitgeteilt, dass sie die Fläche selbst betreiben wolle und dass dies „funktionieren“ werde. Bierbaum sagt, dass ihm diese Aussage nicht als Basis für eine Zusammenarbeit ausreichen konnte. „Sie weiß selbst, dass sie eine Eisfläche nicht wirtschaftlich betreiben kann.“ Dies belegten die Betriebskosten des „Eispalastes“. Die Initiative habe ihre Chance nicht genutzt, sagt Bierbaum, der daraufhin die Planungen ohne Eisfläche vorantrieb.

Die Initiative betont hingegen, dass ein wirtschaftlicher Betrieb unter ihrer Federführung sehr wohl möglich sei – zumal die Betriebskosten in einem neuen Gebäude gegenüber der aktuellen Eishalle deutlich gesenkt werden könnten, wie Brodde unterstreicht. Der „Eispalast“ hatte nach Angaben seines Betreibers jedes Jahr zwischen 60 000 und 80 000 Euro Verlust bei rund 70 000 Besuchern eingefahren.

Eishallen-Initiative: Zu viele Punkte waren ungeklärt

Zu viele Punkte seien unklar gewesen, um einen langfristigen Vertrag abzuschließen, sagt Brodde – zum Beispiel die Frage, ob die Betreiber auch dann Pacht an Bierbaum überweisen müssen, wenn die Eisfläche, zum Beispiel im Sommer, anderweitig genutzt wird. Auch die Frage, ob Gewinne an den Betreiber oder an den Investor fließen, sei ungeklärt gewesen. Ein bereits terminiertes Gespräch mit dem Investor habe dieser ersatzlos abgesagt.

Wir haben aber noch einige Trümpfe in der Hand.

Martin Brodde, Initiative „Rettet die Eishalle“

Brodde betont, dass seine Initiative sehr wohl für Studenten- und Sozialwohnungen sei – „aber nicht an dieser Stelle“. Zu Aktionen der Initiative hält er sich bedeckt. „Wir haben aber noch einige Trümpfe in der Hand.“

Nächstes Etappenziel für sein Projekt sei es, Baurecht zu erlangen, sagt Bierbaum – falls möglich noch in diesem Jahr. Auf dem zunächst für die Eisfläche reservierten Areal würde er gerne als Erweiterung zum Leonardo-Campus einen Kunst- und Kultur-Campus realisieren – mit Projekten und Ausstellungen. „Eine Eisfläche mit all dem Krach und der Musik würde da nur stören.“

An seinem angestammten Standort bleiben soll der „Burger Kind“. Er werde lediglich einige Meter in Richtung Johann-Krane-Weg umziehen, so Bierbaum. 

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