Neues Konzept aus den Niederlanden
Schwebender Kreisel für Leezen

Münster -

In den Niederlanden wurde ein Kreisverkehr gebaut, bei dem Radler und Autos getrennt werden. Wäre das auch die Lösung für den Ludgeriplatz?

Samstag, 15.02.2014, 12:02 Uhr

Oben der Kreisverkehr für Radler, unten der für Autos. Kann nach dem Vorbild des Hovenrings in den Niederlanden auch das Verkehrsproblem am Ludgeriplatz gelöst werden?
Oben der Kreisverkehr für Radler, unten der für Autos. Kann nach dem Vorbild des Hovenrings in den Niederlanden auch das Verkehrsproblem am Ludgeriplatz gelöst werden? Foto: IPV Delft

Der Ludgerikreisel ist nichts für schwache Nerven. Radler und Autofahrer schlängeln sich gleichermaßen durch dieses Nadelöhr am südlichen Rand der Altstadt. Immer und immer wieder gab es in den vergangenen Jahren Vorschläge zur Entzerrung der Verkehrsströme, bislang ohne Erfolg.

Jetzt bekommt die Kreiseldebatte neuen Auftrieb durch ein spektakuläres Bauwerk, das in den Niederlanden die Verkehrsplaner in den Bann zieht. Die Rede ist vom Hovenring in der Nähe von Eindhoven, der in der Fachpresse als „erster schwebender Kreisverkehr für Radler“ gefeiert wird.

Der Clou besteht darin, dass der Radverkehr an diesem viel befahrenen Knotenpunkt auf eine kreisförmige Brücke geschickt wird, so dass die Radler eine Etage höher und baulich getrennt vom Autoverkehr entscheiden können, wohin sie weiterfahren möchten.

Um das Areal nicht durch gewaltige Betonstützen zu verunstalten, steht in der Mitte des Kreisverkehrs ein 70 Meter hoher Pylon, der die Brücke trägt. Filigrane Stahlträger stützen die Stahlkonstruktion zur Seite hin ab. Vier ausschließlich für den Radverkehr geöffnete Rampen führen auf die Brücke.

2011 wurden 14 Radfahrer am Ludgeriplatz bei Zusammenstößen mit Autos verletzt, 2012 waren es elf. Für 2013 liegen noch keine Zahlen vor, die Polizei spricht aber von einer „insgesamt rückläufigen Tendenz“.

Ob dieses Unfallgeschehen ein Bauwerk wie das in Eindhoven rechtfertigen würde, wäre eine Frage der Güterabwägung. Unabhängig davon würde jedoch die schwebende Brücke die Leistungsfähigkeit erhöhen, weil sich Autofahrer und Radler häufig gegenseitig blockieren. Die nackten Zahlen: 30 000 Autos und 12 000 Fahrräder passieren Tag für Tag den Ludgeriplatz, Erstere vorzugsweise auf der Ost-West-Achse, Letztere auf der Nord-Süd-Achse.

Für den münsterischen Verkehrsplaner Michael Milde hat sich die Kreiselsituation seit dem Umbau vor einigen Jahren etwas entspannt: „Er ist sicherer geworden, aber nicht einfach zu fahren.“ Ob die Brücke aus Holland etwas für Münster wäre, dazu möchte Milde lieber nichts sagen.

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