Neuer Luftreinhalteplan für Münster
Busse machen dicke Luft

Münster -

Stadt und Bezirksregierung veröffentlichen jetzt den neuen Luftreinhalteplan für Münster. Vor allem auf den Busverkehr kommen Veränderungen zu. Außerdem dürfen nur noch Autos mit grüner Umweltplakette in die Innenstadt fahren.

Mittwoch, 19.02.2014, 07:02 Uhr

Busverkehr am Bült
Dichter Linienbusverkehr am Bült: Hier herrscht die dickste Luft in Münster. Durch die Modernisierung der Abgastechnik bei den Bussen soll die Luftbelastung mit Stickstoffdioxid bereits 2015 unter den zulässigen Grenzwert sinken. Foto: Matthias Ahlke

In Münsters Innenstadt sind Stickoxide die Killer der guten Luft. Und die gesundheitsschädlichen Gase sind der Grund, warum ab dem 1. Juli ein neuer Luftreinhalteplan in Kraft treten soll. Der Plan, der am Freitag (21. Februar) im Amtsblatt veröffentlicht wird, sieht eine Palette von Maßnahmen vor, die die zu hohen Werte vor allem von Stickstoffdioxid in der Innenstadt senken sollen.

Der erste, 2009 in Kraft getretene Luftreinhalteplan für die Stadt Münster mit Einrichtung der Umweltzone hat, so stellen Stadt und Bezirksregierung fest, durchaus Verbesserungen der Luftqualität gebracht. Beim hauptsächlich durch Autoabgase verbreiteten Stickstoffdioxid allerdings wird, besonders am Bült und an der Bahnhofstraße, der zulässige Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel überschritten. Am Bült waren es 2012 53 Mikrogramm, an der Bahnhofstraße 47. An den beiden Mess-Stellen Steinfurter Straße und Weseler Straße wurden 2012 jeweils 43 Mikrogramm Stickstoffdioxid gemessen.

Als Folge werden die Vorschriften in der Umweltzone in der Innenstadt verschärft: Nur noch Autos mit grüner Umweltplakette sollen ab Juli Zufahrt haben , der Plan sieht aber diverse Ausnahmeregelungen vor.

Als Hauptverursacher der dicken Luft machen die Umweltbehörden am Bült und an der Bahnhofstraße die vielen dort haltenden Linienbusse aus.

Bei ihnen setzten die meisten neuen Maßnahmen im Luftreinhalteplan an: Die Stadtwerke Münster und der Regionalverkehr erhalten die Auflage, Fahrzeuge mit älterer Abgastechnik gegen neuere Fahrzeuge auszutauschen. Eine Linie soll nur noch mit elektrogetriebenen Bussen betrieben werden. Ältere Busse sollen vor allem nicht mehr am besonders belasteten Bült eingesetzt werden.

Zusammen mit der Verbannung von älteren Dieselmotor-Fahrzeugen mit gelber Plakette soll die Luftbelastung bereits 2015 an allen vier kritischen Mess-Stellen unter den in der EU zulässigen Grenzwert gesenkt werden, so die Prognose der Umweltexperten. Welche Investitionen dafür bei den Stadtwerken für die Modernisierung der Busflotte nötig sind, ist nicht Gegenstand des Luftreinhalteplans.

Zwischen dem 4. März und dem 3. April, soll der Plan samt Erläuterungen in der Bezirksregierung ausliegen. Bis zum 17. April werden Veränderungsvorschläge entgegengenommen. Auch der Rat wird sich noch mit dem Plan befassen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2240436?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F2572714%2F2572730%2F
Nachrichten-Ticker