Nach Beschwerden vom Ehrenamtlichen
Freiwilligenagentur blockt Münster-Tafel

Münster -

Ärger bei der Münster-Tafel: Ehemalige Mitarbeiter werfen ihr Hygiene-Mängel und einen schlechten Umgang mit den Ehrenamtlichen um. Die Freiwilligenagentur hat die Tafel daher erst einmal von ihrer Homepage genommen. Das Veterinäramt konnte allerdings keine hygienischen Mängel feststellen.

Samstag, 22.02.2014, 13:02 Uhr

Der Umgang der Münster-Tafel mit ihren Ehrenamtlichen ist in die Kritik geraten.
Der Umgang der Münster-Tafel mit ihren Ehrenamtlichen ist in die Kritik geraten. Foto: Matthias Ahlke

Wer sich auf der Homepage der Freiwilligenagentur darüber informieren will, welche Möglichkeiten es für freiwilliges Engagement gibt, wird dort bis auf Weiteres nicht mehr die Münster-Tafel finden. Die Agentur hat das Angebot, bei dem die Ehrenamtlichen überschüssige Nahrungsmittel bei Herstellern und Einzelhändlern einsammeln und anschließend an Bedürftige verteilen, vorerst von ihrer Homepage genommen. Bei der Tafel gebe es „Nachholbedarf beim Umgang mit den Freiwilligen“, begründet Martina Kreimann , Vorsitzende der Freiwilligenagentur, die Entscheidung.

Zuvor hatten sich drei Tafel-Mitarbeiter zunächst beim Vorsitzenden der Münster-Tafel, Roland Götz , und dann bei der Freiwilligenagentur beschwert. Sie warfen der Tafel unter anderem vor, Lebensmittel in ungereinigten Fahrzeugen zu befördern und die Fahrzeuge nicht zu warten. Zudem gehe die Vereinsführung „nach Gutsherrenart“ mit Ehrenamtlichen um, heißt es in einem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt. Die Tafel-Mitarbeiter haben inzwischen ihren Hut genommen.

Die Freiwilligenagentur hat daraufhin den für sie zuständigen Dezernenten Thomas Pahl eingeschaltet, berichtet Kreimann. Zudem wurde das Veterinäramt tätig. Zwei der vier Fahrzeuge wurden auf ihre Hygiene hin untersucht, so Behördenleiter Dr. Giovanni Serra. „Lebensmittelrechtlich gab es jedoch nichts zu beanstanden“, betont er.

Der Vorsitzende der Tafel weist die Kritik seiner ehemaligen Ehrenamtlichen zurück. Die Mitarbeiter der Tafel seien selbst für die Hygiene der Fahrzeuge verantwortlich. Lägen Schäden vor, dann würden diese behoben, betont Roland Götz. Er fordert von den Ehrenamtlichen „Eigenverantwortung“ ein – und sieht hinter den Vorwürfen eine Kampagne.

Die Freiwilligenagentur will der Tafel nun unter anderem Fortbildungsmöglichkeiten anbieten. Bis dahin soll dieses Angebot auf der Homepage weiter „im Ruhezustand“ bleiben.

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