Stadtwerke stellen Projekt vor
Elektrobus: Mit der 14 ganz leise zum Zoo stromern

Münster -

Bis 1968 waren Elektrobusse in Münster Alltag. Dann wurden die Oberleitungen abmontiert. Heute würden die Stadtwerke was drum geben, wenn sie auf Oberleitungen zurückgreifen könnte. Zurzeit wird die Einführung batteriebetriebener Elektrobusse geplant. Die Linie 14 wird 2015 elektrisch.

Dienstag, 25.02.2014, 20:02 Uhr

Andreas Hoffknecht (r.) und Eckhard Schläffke mit einem Stück Ladekabel. Die Busse im Hintergrund sind keine E-Busse. Allerdings sieht der blaue VDL-Bus links genau wie einer aus. Der cremefarbene Büssing von 1965 ist trotzdem schöner  . . .
Andreas Hoffknecht (r.) und Eckhard Schläffke mit einem Stück Ladekabel. Die Busse im Hintergrund sind keine E-Busse. Allerdings sieht der blaue VDL-Bus links genau wie einer aus. Der cremefarbene Büssing von 1965 ist trotzdem schöner  . . . Foto: Matthias Ahlke

Ein Elektrobus fährt leise, aber nicht geräuschlos. Die besonders breiten Reifen der Antriebsachse erzeugen nämlich ein charakteristisches Fahrgeräusch, betont Stadtwerke- Betriebsleiter Eckhard Schläfke : „Man wird ihn hören.“ Das unangenehme Anfahrtsgeräusch eines Dieselmotors entfällt allerdings, was besonders die lärmgeplagten Anlieger freuen dürfte. In diesem Fall: die Anlieger der Linie 14 vom Zoo bis zum Maikottenweg – denn die soll als erste Buslinie in Münster ab 2015 elektrisch betrieben werden.

Für die Stadtwerke ist der Einsatz von Elektrobussen ein Forschungsprojekt, das weitgehend von Bund und EU finanziert wird, wie der technische Geschäftsführer Dr. Andreas Hoffknecht berichtet. Neue Elektrobusse, Ladestationen, Forschung und Entwicklung schlagen mit sieben Millionen Euro zu Buche. Davon tragen die Stadtwerke nur eine Million.

Im kommenden Sommer wird der erste Elektrobus der Firma VDL angeschafft und ausführlich getestet, Anfang 2015 beginnt der Linienbetrieb, und ab Mitte kommenden Jahres sollen fünf neue E-Busse zum Zoo stromern. Die Rede ist von zweiachsigen Zwölf-Meter-Bussen, die mit den relativ leichten 86-Kilowattstunden-Batterien ausgerüstet sind.

Aufgeladen werden die Busse mit Ökostrom – im Depot an der Rösnerstraße sowie an den Haltestellen am Ostbad und am Zoo. Dazu werden Laderoboter auf die Dächer der Haltestellen montiert. Nach nur zehn Minuten ist genug Energie für 70 Kilometer vorhanden, das reicht für drei Mal hin und her. Die 14 wurde als kurze Innenstadtlinie ausgewählt. Als Zoo- und Aasee-Linie (mit Verbindung zum Wasserbus) ist sie natürlich auch touristisch vorzeigbar.

Münster werde als eine von acht europäischen Städten von der EU gefördert, betont Dr. Hoffknecht – und nennt Barcelona, Stockholm und London. Dass die Stadtwerke Busverkehr, Energieversorgung und Netzbetrieb aus einer Hand anbieten, sei dabei von Vorteil gewesen.

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