Münsters Prinz Hendrik feiert Geburtstag
200 000 Partygäste

Münster -

In der vergangenen Session lernte Hendrik Grau als einer der drei Adjutanten von Münsters Prinz Thorsten I. (Geu­ting) den anspruchsvollen Alltag eines münsterischen Stadtprinzen kennen. Es hat ihn eher angestachelt als abgeschreckt: In dieser Session baut Prinz Hendrik I. (Grau) höchstselbst auf Frohsinn. Mit Seiner Tollität sprach WN-Redakteur Ralf Repöhler – nicht nur über den Karneval.

Samstag, 01.03.2014, 03:03 Uhr

Prinz Hendrik übt schon mal 
Prinz Hendrik übt schon mal  Foto: Oliver Werner

Grau ist alle Theorie, lieber Prinz Hendrik. Wie empfindet Ihr denn nach all den guten Hinweisen anderer vorab Euren prinzlichen Alltag?

Prinz Hendrik: Der prinzliche Alltag ist selbstverständlich wunderbar!

Die WN hatten bereits beim letztjährigen Altweiber-Besuch im Medienhaus Aschendorff orakelt, dass Ihr der neue Prinz werden würdet. Haben wir damals zu viel verraten?

Prinz Hendrik: Der Prinz war ausgesprochen großzügig. Die WN hatten so die Möglichkeit, mit der damaligen Headline ihre Auflage in vorher nie gekannte Höhen zu steigern.

Jetzt beginnen erst die richtig tollen Tage. Was dürfen denn die Münsteraner von Euch beim anstehenden Nonstop-Endspurt erwarten?

Prinz Hendrik: Wir werden die Macht an uns reißen und einen so grandiosen Karneval feiern, dass jedes Dörfchen und Städtchen im Rheinland vor Neid erblassen wird!

Es ist doch sicherlich eine große Hilfe, gleich drei Adjutanten an Eurer Seite zu wissen.

Prinz Hendrik: Der Prinz ist unerschöpflich, daher ist es nicht einfach, mit i

Die Lieder des Prinzen sind ganz bewusst partytauglich komponiert.

Die Lieder des Prinzen sind ganz bewusst partytauglich komponiert. Foto: Oliver Werner

hm Schritt zu halten. Die Jungs müssen einfach die Gelegenheit haben, sich mal abzuwechseln.

Und dann gleich drei Doktores: Einen Zahnarzt für das strahlende Lächeln und einen Juristen für allzu flotte Reden kann man im Karneval bestimmt gut gebrauchen. Doch wofür benötigt Ihr einen Tierarzt?

Prinz Hendrik: Der muss sich bei dem Notar und bei dem Zahnarzt um den „Kater danach“ kümmern. So ist auch die Betreuung des unermüdlichen Prinzen in den frühen Morgenstunden sichergestellt.

Trotz der vielen närrischen Termine habt Ihr zwischendurch noch Zeit gefunden, das aus den Wilsberg-Filmen bekannte Haus mit dem Antiquariat an der Überwasserkirche zu kaufen.

Prinz Hendrik: Nach der Entmachtung des OB steckt der Prinz den Markus Lewe in den Buchladen. Mit Lewes Geschick und der Spürnase des Prinzen werden wir von dort aus die Kontrolle über den weltweiten Buchhandel an uns reißen.

Lag der Reiz darin, dass das Haus einem Millionenpublikum bekannt ist oder lockte Euch mehr die Aussicht, dass Schnüffler Wilsberg einen prinzlichen Vermieter bekommt?

Prinz Hendrik: Der Glanz des Prinzen wird dem Wilsberg nun von einem Millionen- zu einem Milliardenpublikum verhelfen.

Wie zu vernehmen ist, verfügt Seine Tollität auch über umfangreiche Besitztümer in Berlin?

Prinz Hendrik: Der Prinz hat den endgültig gescheiterten Flughafen Berlin-Brandenburg erworben. Er wird die Gebäude abreißen lassen, um dort den Prinzipalmarkt der 80er Jahre detailgetreu nachbauen zu lassen. Dann hat die Hauptstadt endlich mal einen wirklich schönen Ort, und der Prinz kann alle Münsteraner bei ihren Berlinbesuchen auf mindestens ein Stück Torte in das Café Schucan einladen.

Erzählt uns ein bisschen aus Eurem privaten Reich.

Prinz Hendrik: Ach, das ist völlig gewöhnlich, aber natürlich auch sehr arbeitsreich. Der Prinz beginnt den Tag, indem er sich aus der Lokalpresse über seine großartigen Taten und Leistungen des Vortages informiert. Danach lässt er sich von seinem Fahrer abholen und in die Hofburg fahren, um sich mit frisch angemachtem Tatar zu stärken. Dabei berichtet er allen in der Hofburg anwesenden Gästen und dem Personal von seinen grandiosen Taten und erfreut sich an der Begeisterung der Corona. Am Nachmittag trifft er sich mit dem Generalprinzmarschall und der Gruppe der Ehren-Generalprinzmarschalle und erklärte ihnen die großen Zusammenhänge seines Amtes und wie Karneval im Allgemeinen funktioniert. Am späten Nachmittag findet der auch musisch sehr begabte Prinz meist noch Zeit, um der Lore, dem Wachkommandanten und dem Spieß der Stadtwache etwas vorzutanzen, als Anregung für den Lorentanz. Am Abend besucht der Prinz mit der Prinzengarde die Gesellschaften, und die Tage finden ihren Ausklang in der Residenz, wo Leo dem Prinzen ein kleines Nachtmahl serviert.

Zum Karneval, so hörte ich, hat Euch Euer tierärztlicher Adjutant gebracht. Wie genau kam die prinzliche Berufung über Euch?

Prinz Hendrik: Hier hat selbstverständlich das Amt den Menschen gesucht und natürlich auch den Bestgeeigneten gefunden.

Und wie waren die Reaktionen zu Hause?

Prinz Hendrik: Sowohl in der Hofburg als auch in der Residenz waren alle unglaublich begeistert!

Just als Ihr proklamiert wurdet, zog direkt an der Bühne ein Demonstrationszug an Euch vorbei. Seine Tollität zeigte dabei die Gelassenheit eines wahren Demokraten . . .

Prinz Hendrik: Nun, hätte das länger gedauert, wäre ich erst einmal mit der Prinzengarde zu Stuhlmacher gegangen, und wir hätten ein oder zwei Bier getrunken . . .

Ich hörte, Ihr feiert an Rosenmontag Geburtstag. Was wünscht Ihr Euch an so einem besonderen Festtag auf dem Prinzipalmarkt?

Prinz Hendrik: Das ist alles organisiert. Es wird einen strahlend blauen Himmel bei 15 Grad geben, und nur die engsten Freunde, so 100 000 bis 200 000, werden auf dem Prinzipalmarkt dabei sein.

Tags zuvor wollt Ihr das Rathaus erobern. Verratet uns doch mal, wie Euch das gelingen soll.

Prinz Hendrik: Der Prinz will nicht, er wird! Wollen enthielte ja die Möglichkeit des Versagens.

Erwartet Ihr einen erneuten Demonstrationszug in diesem Moment auf dem Prinzipalmarkt?

Prinz Hendrik: Vom Sentenzbogen aus wirkt alles wie eine Huldigung – und dem Prinzen zu huldigen, ist selbstverständlich angemessen.

Der Oberbürgermeister und seine Helfer haben im Stadtrat keinen leichten Stand angesichts der neuen politischen Mehrheiten. Strebt Ihr angesichts von Rot-Grün-Gelb überhaupt nach der Macht?

Prinz Hendrik: Selbstverständlich! Der Prinz ist gut aussehend, weise, vorausschauend und sehr sensibel. Somit ist er für alle Arten von Regierungsgeschäften bestens geeignet.

Und wie wollt Ihr die neue Ratsmehrheit einfangen?

Prinz Hendrik: Die Mitglieder des Rates werden weiterhin dem Geschick Markus Lewes anvertraut. Sie werden vom Wilsberghaus aus die Päckchen des dann weltweit agierenden prinzlichen Buchimperiums ausliefern.

Hand aufs Herz: Reizt Euch – auch als Immobilienexperte – dann mehr die Neugestaltung des Schlossplatzes oder die Bebauung des Hafens?

Prinz Hendrik: Der Schlossplatz muss gemacht werden. Aber bitte keine halben Sachen, auch die vierspurige Straße vor dem Schloss muss unter die Erde!

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