Neubau der Ems-Brücke in Gelmer
Das 50-Millionen-Euro-Projekt

Münster -

Die Kanalüberführung (KÜ) über die Ems in Gelmer (Foto) wird voraussichtlich ab 2015 durch einen Neubau ersetzt. Mindestens vier Jahre sollen die Arbeiten dauern, berichtet das Wasserstraßen-Neubauamt. Rund eine halbe Million Kubikmeter Erde muss für das 50-Millionen-Euro-Projekt bewegt werden.

Mittwoch, 05.03.2014, 08:03 Uhr

Großbaumaßnahme am KÜ (Blick von Norden): Die untere Brücke wird durch einen Neubau ersetzt. Eine Umfahrung, die zum Teil den alten Kanalarm (links) anschneiden wird, soll sicherstellen, dass der Schiffsverkehr während der Baumaßnahme weitergehen kann.
Großbaumaßnahme am KÜ (Blick von Norden): Die untere Brücke wird durch einen Neubau ersetzt. Eine Umfahrung, die zum Teil den alten Kanalarm (links) anschneiden wird, soll sicherstellen, dass der Schiffsverkehr während der Baumaßnahme weitergehen kann. Foto: Peter Beckmann

Für das Geld, das in den kommenden Jahren in den Neubau der Emsbrücke in Gelmer investiert wird, könnte man das Einkaufsquartier am Alten Fischmarkt ein zweites Mal errichten. Oder man könnte ein neues Empfangsgebäude für den Hauptbahnhof bauen – und hätte noch fast 15 Millionen Euro übrig.

50 Millionen Euro kostet die Mega-Baumaßnahme in Münsters Norden, für die das Wasserstraßen-Neubauamt derzeit die Ausschreibung vorbereitet. In der Behörde wird damit gerechnet, dass die Vergabe der Arbeiten noch in diesem Jahr erfolgt – und damit 2015 die Bagger anrücken können. Mindestens vier Jahre sollen sie bleiben.

Die Ausmaße des Projekts sind so gewaltig wie die Bausumme: 9500 Kubikmeter Stahlbeton sollen verbaut, 2900 Meter Großbohrpfähle in den Boden gerammt, 540 000 Kubikmeter Boden bewegt werden. Etwa die Hälfte, 250 000 Kubikmeter, werden mit Binnenschiffen zu einer fünf Kilometer entfernten Ablagefläche in Coerde transportiert.

Schiffe nehmen Umleitung

All dies ist erforderlich, weil nicht einfach nur eine Brücke gebaut wird – sondern zudem eine Umfahrung, damit der Kanal während der vierjährigen Bauarbeiten weiter von Schiffen befahren werden kann. Die Alternativ-Strecke zweigt nördlich der aktuellen Kanal-Brücke Richtung Osten ab, schneidet auf ihrem Weg in Richtung Süden den alten Kanalarm an und führt dann wieder zum Dortmund-Ems-Kanal zurück. Rund 1,2 Kilometer ist der provisorische Kanalarm lang. Eine Alternative zu dieser Lösung gab es laut Wasserstraßen-Neubauamt nicht: Das „hohe Verkehrsaufkommen“ auf dem Binnengewässer habe eine temporäre Vollsperrung nicht zugelassen. Die – vom Bund bezahlten – Arbeiten auf die lange Bank zu schieben, sei ebenfalls nicht möglich gewesen: Die alte Brücke befinde sich in einem schlechten baulichen Zustand, die Umsetzung der Maßnahme sei aus Gründen der öffentlichen Sicherheit kurzfristig erforderlich.

Der alte Kanalarm wird ab 2015 erst einmal als Freizeitgebiet ausscheiden. „Wir stellen einen Bauzaun auf, und das war es dann“, heißt es beim Wasserstraßen-Neubauamt. Vor 2020 wird er kaum abgebaut werden. Sind die Arbeiten beendet, ist der Kanal im Bereich der Brücke nicht nur deutlich breiter. Die Umfahrung soll zudem in Teilen erhalten bleiben – und so die Grundlage für ein Naherholungsgebiet bilden. Derweil soll der alte Kanalarm wieder so hergestellt werden, wie er vor der Baumaßnahme war.

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