Aktivisten-Forum wird nur wenig genutzt
Schweigen in „Speakers‘ Corner“

Münster -

Seit einem Jahr befindet sich die von Aktivisten der Occupy-Bewegung ins Leben gerufene „Speakers´Corner“ an der Windthorststraße. Anders als am ersten Standort Servatiiplatz ist hier nur wenig los. Dennoch will die Stadt die Rede-Ecke dort belassen.

Donnerstag, 20.03.2014, 08:03 Uhr

Soll bleiben: Speakers‘ Corner an der Windthorststraße.  
Soll bleiben: Speakers‘ Corner an der Windthorststraße.   Foto: ah

Sie hatten für sich propagiert, 99 Prozent der Münsteraner zu repräsentieren. Dafür fällt die Bilanz der „ Speakers ‘ Corner“, die vor einem Jahr vom Servatiiplatz an die Ecke Windthorststraße/Engelenschanze umzog, ziemlich mager aus. Nicht einmal 20 Mal brachten hier zwischen März und Dezember 2013 Redner ihre Botschaften unters Volk. „Das war kaum anders zu erwarten“, so Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer . Dennoch wolle die Stadt bis auf Weiteres an dieser Stelle an einer Speakers‘ Corner festhalten – als „Farbtupfer für die freie Rede“, der weder nennenswerten Aufwand noch Kosten verursache.

Aktivisten der Occupy-Bewegung hatten wortgewaltig – und mit politischer Rückendeckung unter anderem von SPD und Grünen – für den Erhalt ihres Redeforums gekämpft, nachdem sich abzeichnete, dass sie den Servatiiplatz räumen müssen. Unter anderem hatten sich Geschäftsleute in der Umgebung über das im Laufe der Zeit immer größer werdende Camp beschwert. Der Umzug wurde schließlich im Einvernehmen mit den Aktivisten beschlossen. Doch kaum hatten sie den neuen Standort bezogen, schien ihr Engagement einzuschlafen.

Die jetzt von der Stadt vorgelegte Bilanz bestätigt diesen Eindruck. „Die Speakers‘ Corner wird nur noch gering genutzt“, so Heuer. Occupy habe in Sachen Aktivismus offenbar eine „Talsohle“ erreicht, mutmaßt er. Anlass, die Speakers‘ Corner einzustellen, sieht er gleichwohl nicht. „Besteht in Zukunft Handlungsbedarf in die eine oder in die andere Richtung, werden wir mit der Politik reagieren“, so Heuer.

Auch Occupy-Aktivist Gerhard Schulz räumt ein, dass die Rednerecke „nicht in dem Maß genutzt wurde, wie wir dachten“. Der Standort sei nicht ideal, die Passanten seien oft in Eile, die Akustik sei schlecht. Dennoch werde Occupy an dieser Stelle „den Kampf für Gerechtigkeit und Frieden“ fortsetzen.

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